INDUSTRIEkulturTOUR

a3kultur präsentiert vier Routen für Radler, Fußgänger und Bahnfahrer zu den wichtigsten Orten der Augsburger Industriekultur.

 

Themen: 

 Mit dem Rad zur Industriekultur

Gaswerk – MAN Museum – Haindlsche Stiftungshäuser – Schlachthofquartier – Bahnpark Augsburg

Das ehemalige (1) Gaswerk in Augsburg-Oberhausen gehört zu den schönsten Anlagen seiner Art in Europa. Die schlossähnliche Anmutung bringt noch heute, gut 100 Jahre nach der Inbetriebnahme, Fachleute und Laien gleichermaßen ins Schwärmen. Der gewaltige Scheibengasbehälter ist als Wahrzeichen der Stadt über weite Strecken zu erkennen und könnte für ein prosperierendes Viertel rund um dieses Juwel der Industriekultur werben. Leider tun sich die Stadt und die SWA als Besitzer des Geländes schwer. Aufwendige Planungen zur Nutzung des Areals für die Kultur- und Kreativwirtschaft gerieten leider ins Stocken. Trotzdem ist das Gaswerk unbedingt einen Besuch wert. Also beginnen wir hier unsere Radtour zu vier absoluten Highlights der Augsburger Industriekultur.

Die nächste Etappe ist das (2) MAN Museum. Das Museum kann nach Voranmeldung (Tel. 0821 – 322-3366) besucht werden. Dieser kleine Aufwand ist lohnend, denn hier findet sich nicht nur der erste Dieselmotor der Welt, sondern es wird sehr anschaulich die Entwicklung dieser gut 120 Jahre alten Technik gezeigt, die von Augs¬burg aus ihren Siegeszug durch die Welt antrat. Besonderes Interesse bei den Besuchern wecken auch die historischen Lkws der hauseigenen Sammlung.

Über die 3 haindlschen Stiftungshäuser in der Bleich, in einem davon lebte und arbeitete der große Sohn der Stadt Bertolt Brecht, fahren wir nun entlang der Kahnfahrt und vorbei an der Haagvilla direkt ins (4) Schlachthofquartier. Dieses weitläufige Gelände wurde von der Dierig AG entwickelt und durch ebenso behutsames wie kluges Agieren zu einem städtebaulichen Vorzeigemodell. Zahlreiche gastronomische Betriebe umsorgen hier jede Woche Tausende Besucher auf hohem Niveau. Daneben fanden zahlreiche Dienstleister aus den verschiedensten Bereichen auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs ein neues Zuhause. Doch auch einige Betriebe, die dem Metzgerhandwerk zuzuordnen sind, sowie die Berufsfachschule der Branche sind hier noch ansässig und beweisen, dass das Schlachthofquartier mehr ist als eine schöne Kulisse zum Ausgehen.

Unsere letzte Station führt uns ins mit Anstand größte Flächendenkmal der gesamten Region, den (5) Bahnpark Augsburg. Hier entsteht in den nächsten Jahren ein Eisenbahnmuseum. Doch schon heute ist die Anlage samt Dampflokhalle und Rundhaus mit ihren zahlreichen Loks, Betriebswägen und Waggons ein starker Besuchermagnet.

www.gaswerk-augsburg.de
www.museum.man.eu
www.bahnpark-augsburg.de
www.schlachthofquartier.de

Kunstwege im Textilviertel

Glaspalast – Museum Walter – Galerie Noah – H2 – Pinakothek – Auktionshaus Rehm – tim

Der (6) Glaspalast ist nicht nur eines der schönsten Zeugnisse Augsburger Industriekultur, sondern auch das Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Region. Pulsgeber für diese Entwicklung war der Unternehmer und Sammler Ignaz Walter, der die Liegenschaft in den 1980er-Jahren von der Stadt übernahm und aus der ebenso maroden wie reizvollen ehemaligen Textilfabrik ein Zentrum der Kultur und Dienstleistung machte. So beherbergt das Haus nicht nur sein privates Museum mit exquisiten Werken, sondern auch die Galerie Noah, die große Bedeutung nicht nur für Kunstliebhaber und Künstler aus der Region hat. Im Erdgeschoss der Anlage bespielen die Kunstsammlungen der Stadt das H2, das Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg. Neben spannenden Künstlern aus aller Welt präsentiert Hausherr Thomas Elsen auch regelmäßig die Entwicklung der eigenen Sammlung. In direkter Nachbarschaft zum H2 spendiert die Stadt der staatlichen Pinakothek der Moderne einen wunderbaren Ausstellungsraum, der seinesgleichen sucht. Die Münchner Zentrale zeigt in dieser Location alle ein bis zwei Jahre eine neue Ausstellung.

Keine zehn Gehminuten vom Glaspalast entfernt findet sich das wichtigste Auktionshaus der Region, das Kunstauktionshaus Georg Rehm. Zu den monatlichen Auktionen finden sich gern Kunstfreunde aus nah und fern ein oder geben ihre Gebote aus allen Metropolen der Welt per Telefon ab. Zwischen diesen Höhepunkten bietet das (7) Auktionshaus Rehm aber auch einen reizvollen Hausverkauf an, der für Sammler und Interessierte immer wieder Überraschungen birgt.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Auktionshaus befindet sich das ehemalige AKS-Gelände. Von hier aus hat sich das Staatliche Industrie- und Textilmuseum (8) tim in nur fünf Jahren einen hervorragenden Ruf in der europäischen Museumslandschaft erarbeitet. Die ausgezeichnete Dauerausstellung beleuchtet die Geschichte der regionalen Textilkultur, hütet einen wertvollen Schatz an Musterbüchern und stellt spannende Fragen im Kontext seines Themas. Zudem gelingt es dem Museumsleiter Karl Borromäus Murr, sein Publikum mit viel beachteten Sonderausstellungen an das Haus zu binden und dabei Akzente im gesellschaftlichen und künstlerischen Diskurs der Region zu setzen.

www.glaspalast-augsburg.de
www.galerienoah.com
www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
www.auktionshaus-rehm.de
www.timbayern.de

Wasserkraft per Rad erleben

Augustusbrunnen – Wassertürme – Hochablass – Lechmuseum – Wasserschloss

Wir starten die Radtour am Rathausplatz beim (9) Augustusbrunnen in Richtung Ulrichsviertel vorbei an den anderen Prachtbrunnen der Stadt. Am Roten Tor besuchen wir die Wallanlagen mit ihren historischen (10) Wassertürmen (Foto: Reinhard Paland). Von dort aus ist es nicht mehr weit in den Stadtwald, durch dessen herrliche alte Bäume hindurch es zum (11) Hochablass (Foto: Felix Hartmann) und zum benachbarten Wasserwerk geht. Nun folgt mit gut 18 Kilometern der längste Teil der Tour. Entlang des Lechs radeln wir vom Südosten der Stadt bis zum (12) Lechmuseum Bayern in Langweid. Dort hat der Energieversorger LEW eine multimediale Inszenierung des Flusses, der seit Tausenden von Jahren unsere Region prägt, eingerichtet.

Auf dem Rückweg würde sich noch die Weiterfahrt zum (13) Wasserschloss in der Wolfzahnau lohnen. Das imposante, 1903 erbaute Kraftwerk wird durch die Augsburger Kanäle betrieben und liefert noch heute Strom für 15.000 Haushalte. Weitere Informationen zum Thema hält die Broschüre »Augsburger Wasserpfad« bereit, die über die Regio Augsburg Tourismus GmbH bezogen werden kann. Hier erfahren Sie auch alle Termine der »Augsburger Wassertage«. Das Regio-Büro finden Sie am Rathausplatz gleich beim Augustusbrunnen und im Netz unter www.augsburg-tourismus.de.

www.lechmuseum.de

Unterwegs mit der Localbahn

Die Augsburger (14) Localbahn verfügt über ein erstaunlich gut ausgebautes Streckennetz, das für die Stadt als Wirtschaftsstandort unersetzlich, im Bewusstsein der Bevölkerung jedoch kaum verankert ist. Eine gute Gelegenheit, diese Verkehrswege kennenzulernen und gleichzeitig einen neuen Blick auf die Stadt zu gewinnen, sind Localbahnfahrten, die das Unternehmen in regelmäßigen Abständen anbietet. In kürzester Zeit findet das begrenzte Platzkontingent seine Abnehmer. Organisiert werden die gefragten Runden im historischen Schienenbus in der Regel von der Buchhandlung am Obstmarkt. Hier sind auch die Tickets für die von kompetenten »Reiseleitern« geführten Ausflüge erhältlich. www.buchhandlung-am-obstmarkt.de

Das Netz der Localbahn spannt sich aus dem Süden kommend von der Hightech-Schmiede Premium Aerotec über Pfersee, Kriegshaber und Oberhausen bis hin zu den Werksgeländen von MAN und UPM im Norden von Augsburg. An der Berliner Allee verzweigt sich die Strecke. Die etwas kürzere Route führt über den Martinipark im Textilviertel wieder in südlicher Richtung zur Localbahnzentrale an der Friedberger Straße. In der Gegenrichtung erschließen die Gleisanlagen die Gelände von Osram und Kuka und führen quer durch Lechhausen bis zur Abfallverwertungsanlage an der A8. Angesichts dieser Ringführung wird immer wieder diskutiert, wie auf Basis dieser Infrastruktur eine schlüssige Ergänzung zum bestehenden Nahverkehrsnetz der Stadtwerke realisiert werden könnte. www.augsburger-localbahn.de

TIPP: Geführte Radtouren zur Industriekultur

Die Region Augsburg Tourismus GmbH bietet eine geführte Radtour mit Besichtigung des Gaswerks, des MAN Museums, des Staatliche Textil- und Industriemuseums, des Glaspalast, des Hochablass und des historischen Wasserkraftwerks am Hochablass sowie der Königsbrunner Heide an.
Dauer: ca. 5 Stunden
Preis pro Gruppe: EUR 150,– (zzgl. Fahrräder und Eintritt)