Bekennen

21.07.2017 - 08:32 | a3redaktion

Das Rahmenprogramm zum Augsburger Friedensfest lädt vom 23. Juli bis 8. August mit Lesungen, Diskussionen, Theateraufführungen, Filmen, Ausstellungen und Kunstprojekten zum mutigen Bekennen und friedlichen Streiten.

Mit dem Thema »Bekennen« nimmt das Friedensfest-Programm das Motto des diesjährigen Reformationsjubiläums in Augsburg auf: »Mutig bekennen – friedlich streiten«. Zu was und wem, zu welchen Lebensformen bekennen wir uns heute? Wie kann ein Mensch seine Standpunkte vertreten und dabei offen bleiben für die Standpunkte anderer?

Eröffnet wird der Veranstaltungsreigen am 23. Juli mit einer »kleinen Friedenstafel« im Stadtteil Oberhausen. Alle sind eingeladen, zwischen 11:30 und 14:30 Uhr zum Helmut-Haller-Platz zu kommen und bei einem großen Picknick die mitgebrachten – gerne auch selbst zubereiteten – Speisen zu teilen. Abends folgt die Eröffnung zweiter Teil: »Ist der Islam noch zu retten?«, fragen der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und der Religionspadagoge Mouhanad Khorchide ab 20 Uhr. In einem Streitgespräch in der Brechtbühne greifen die beiden Diskutanten kontroverse Themen auf: Scharia, Dschihad, Meinungsfreiheit, Menschenrechte, die Rolle der Frau und der Religion in der Demokratie.

Taubenschlag am Königsplatz, Schwamm am Willy-Brandt-Platz

Der Taubenschlag – begehbare Kunstinstallation, Angebot zur Teilhabe, Begegnungs- und Kreativort gleichermaßen – ist zum zweiten Mal Teil des Friedensfests. Nachdem der Treffpunkt 2016 am Moritzplatz zu finden war, schlägt die über 30-köpfige Crew ihre Zelte ab dem 21. Juli am Königsplatz auf. Im Zentrum des von zivilgesellschaftlichem Engagement und interaktiven Formaten getragenen Programms steht die Frage: »Wem gehört die Stadt?« »Wir wollen eine kreative Auseinandersetzung mit dem Stadtgeschehen Augsburgs, seinen sozialen Problemen, aber auch seinen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe anregen«, so das Taubenschlag-Team. Mehr zum Angebot gibt es tagesaktuell unter: www.taubenschlag-augsburg.de.

Der Performance-Künstler, Maler und Journalist Michel Abdollahi setzt mit seiner Installation »Der Schwamm – Weg mit dem Schmutz« ein Zeichen: Rassismus darf nie salonfähig werden, egal wie oft er propagiert wird. Vom 21. Juli bis 9. August stellt der Hamburger auch in Augsburg am Willy-Brandt-Platz einen überdimensionalen Schwamm bereit, mit dem gescheuert werden soll, um den Kern freizulegen. Die Aktion startete 2016 in Abdollahis Heimatstadt, wo das Zeichen gegen Rassismus und Hass einem Brandanschlag zum Opfer fiel.

Welcome in der Friedensstadt, Oleg Melnichuk

Seit drei Jahren lädt die private Initiative Hoher Weg Künstler nach Augsburg, um hier einige Wochen zu leben, das Thema Utopie des Friedens künstlerisch umzusetzen und die Ergebnisse der Stadtgesellschaft zu präsentieren. Im dritten Jahr des Programms »Welcome in der Friedensstadt« ist der ukrainische Theaterregisseur Oleg Melnichuk aus Czernowitz/Bukowina zu Gast. Was bedeutet es, im Exil zu leben und arbeiten? Welche Schwierigkeiten und Chancen gibt es? Wo sind die Grenzen der Toleranz – kulturell und auch religiös? Diese Fragen und zwei Gedichte der Schriftstellerin Rose Ausländer sind Ausgangspunkt für Melnichuks Arbeit. Als Artist in Residence im Sensemble Theater erarbeitet er unter dem Titel »Traumwäscherei« ein Stück, das am 2. und 3. August seine Uraufführung feiert. Beginn ist jeweils um 20:30 Uhr. www.welcome-in-der-friedensstadt.de

Die Welt(musik) zu Gast in Augsburg

Das Festival der Kulturen, traditionell das musikalische Highlight des Friedensfest-Programms, präsentiert am 28. und 29. Juli ein Weltmusik-Crossover der Extraklasse im Annahof und im angrenzenden Dekanatsgarten. Von Wüsten-Rock über Balkan-Brass bis hin zu alevitischer Folklore mangelt es nicht an Entdeckungsmöglichkeiten. Zu den Headlinern der zwei Tage zählen Las Migas (Neo-Flamenco, 28. Juli, 20:30 Uhr), Tamikrest (Tuareg-Desert-Rock, 28. Juli, 22 Uhr), Alsarah & The Nubatones (Retro-Pop, 29. Juli, 20:30 Uhr) und Mercedes Peón & The Warsaw Village Band (Neo-Folk, 29. Juli, 22 Uhr). Spannend ist auch das Gastspiel von Idris Ackamoor & The Pyramids, unterstützt vom Grandhotel Cosmopolis Community Orchestra (World Jazz, 29. Juli, 19:30 und 21:30 Uhr). Im Geiste von Ackamoors interdisziplinarer und gemeinschaftsorientierter Performance Company »Cultural Odyssee« aus dem San Francisco der 1970er-Jahre proben und arbeiten die Pyramids im Vorfeld des Auftritts im Dekanatsgarten in einem mehrtägigen Workshop mit Musikerinnen und Musikern aus dem Umfeld des Grandhotel Cosmopolis.

Das komplette Programm zum Augsburger Friedensfest lesen Sie unter:
www.friedensstadt-augsburg.de

Foto: Mit »Inside Out« rief der französische Fotograf JR zu einem globalen Kunstprojekt auf, das heute als eines der größten weltweit gilt. Damit hofft der Künstler, die Welt zu verändern – durch die Kraft der Menschen, ihr Gesicht zu zeigen. Florian Schlessmann und Sebastian Wallner waren unterwegs mit dem Ziel, die Vielfalt Augsburgs sichtbar zu machen. Ganz unterschiedliche Menschen zeigen ihr Gesicht, angebracht ab Mitte Juli am Übernacht Hostel in der Karlstraße. Am 25. Juli um 18:30 Uhr findet eine Einführung zum Projekt statt. (Foto: Inside Out Project)

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