Feminismus für alle

28.02.2017 - 08:25 | Janina Kölbl

Das Brechtfestival präsentiert Diskurs und Performance zum Thementag am 5. März.

Dass Brecht einmal im Jahr in Augsburg weiterhin aktuell ist, ist für uns Schwaben ja nichts Neues. Dass Brecht auch etwas mit Feminismus zu tun haben könnte – da sieht man auf den ersten Blick wenig Überschneidungspotenzial. Doch weit gefehlt: In der Brechtrezeption wird der Schriftsteller immer wieder als Chauvinist bezeichnet. Vor diesem Hintergrund hätte er seine Frauen und Mitarbeiterinnen degradiert und geradezu benutzt, heißt es. Mit Frauenfragen und Männerbildern setzt sich auch der Thementag am 5. März im Rahmen des Brechtfestivals auseinander: Unter dem Motto »Feminismus ist für alle da« wird hier eines der zentralen und zugleich wichtigsten Themen der Zeit in drei verschiedenen Veranstaltungen intensiv beleuchtet.

Runde 1 in Sachen Feminismus startet um 15 Uhr mit der Podiumsdiskussion »Fuck Heroes, Fight Now« auf der Brechtbühne. Hier versammeln sich gleich hochkarätige Gäste: Die Autorin und Journalistin Laurie Penny (Foto), die durch ihr Werk »Meat Market. Female Flesh Under Capitalism« internationalen Bekanntheitsgrad erlangte, diskutiert zusammen mit Jack Urwin, der mit seinem Buch »Boys Don’t Cry. Identität, Gefühl und Männlichkeit« eine witzige und scharfsinnige Auseinandersetzung mit dem Thema Maskulinität und ihren Folgen geschrieben hat. Beide Autor*innen lesen aus ihren Texten und sprechen mit der Journalistin Meredith Haaf, die vor allem durch Bücher wie »Heult doch« und »Wir Alphamädchen. Wieso Feminismus das Leben schöner macht« bundesweites Ansehen erlangte.

In Runde 2 wird das Thema Chauvinismus und Feminismus weniger im Diskurs als vielmehr theatralisch durch zwei Performances umgesetzt. Auf der alten Kegelbahn des Provino Clubs versucht Regisseurin Ute Rauwald mit »GAP, ein performatives Tryout« des Hamburger Frauen-Performance-Kollektivs Genderdungeon II, Kafkas Erzählung »Heimkehr« neu und auf »feministische Weise« zu interpretieren. Beginn: 18 Uhr.

Der Feminismussamstag findet schließlich um 20:30 Uhr seinen Abschluss – dieses Mal erneut auf der Brechtbühne. Mit der multimedialen Science-Fiction-Performance »First Black Woman in Space« von Simone Dede Ayivi wird der Traum einer postrassistischen Zukunft behandelt, der von Befreiungskämpfen und Empowerment berichtet und dabei die Bühne zum Zukunftslabor werden lässt.

www.brechtfestival.de

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