Grenzen ausloten

10.01.2018 - 12:57 | a3redaktion

Das 4. Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker am 15./16. Januar vereint »Spiel und Ernst«.

Ein verzauberter Besen, der außer Rand und Band gerät und immer mehr Wasser im Haus des Hexenmeisters ausschüttet. Riesige Maschinen, die klingen, knarren oder rattern, angesiedelt irgendwo zwischen Witz, Aberwitz und Gesellschaftskritik. Eine junge Frau, die Männer verführt, um sie von ihren Zuhältern ausrauben zu lassen, und schließlich mit diesen zusammen einen Mann tötet: Die Werke des vierten Sinfoniekonzerts loten die Grenze aus, an der Spiel aufhört, Spiel zu sein und in (mitunter tödlichen) Ernst umschlägt.

Dukas hält sich eng an Goethes Zauberlehrling: Das zunächst brave Tänzeln des Besens steigert sich zu einem wilden Durcheinander, in dem der Lehrling verzweifelt versucht, den Besen einzufangen. Die typisch französische, elegante Musiksprache betont dabei eher die komische Seite der Ballade. Ähnlich spielerisch wirken Jean Tinguelys aus Eisenteilen zusammengeschweißte Maschinen. Sie machen Musik und Geräusche, zeichnen oder zerstören sich selbst und kritisieren dabei ironisch das technische Zeitalter. Tinguelys Musikmaschinen inspirierten Enjott Schneider zu dem Konzert für den Augsburger Schlagzeugprofessor Stefan Blum. Deutlich ernster ist Béla Bartóks Sujet: Er verstand seine Pantomime »Der wunderbare Mandarin« als Parabel des 20. Jahrhunderts, als Erzählung über die Entfremdung vom Menschsein durch die Großstadt und den Reichtum. Die Uraufführung in Köln 1926 provozierte einen Skandal. Das Werk musste lange mit der Zensur kämpfen und eroberte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg einen festen Platz im Repertoire.

Termine: 15. und 16. Januar, 20 Uhr, Kongress am Park, Konzerteinführung: 19:10 Uhr

www.theater-augsburg.de

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