Vom Wert der Dinge

19.01.2017 - 18:33 | Patrick Bellgardt

Der Bezirk Schwaben präsentiert sein Kulturprogramm für 2017.

Ein wie immer volles Haus konnte Jürgen Reichert bei der der diesjährigen Programmpräsentation in der Zentrale des Bezirks Schwaben am Hafnerberg begrüßen. Im Rahmen der traditionellen Pressekonferenz Mitte Januar stellten der Bezirkstagspräsident und die Leiter der Kultureinrichtungen ihr Angebot für die kommenden Monate vor.

»Vom Wert der Dinge« – der Titel der bevorstehenden Sonderausstellung im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld, bringt den Stellenwert der Kulturarbeit des Bezirks wohl am treffendsten auf den Punkt. Gemeinsam mit den jeweiligen Landkreisen und örtlichen Trägervereinen werden mehrere Museen betrieben, unzählige Projekte durch die Bezirksheimatpflege oder die Beratungsstellen für Trachten bzw. Volksmusik unterstützt und gefördert. »Die Kulturarbeit vor Ort wirkt nachhaltig«, so Reichert.

Der Bezirk liefert Antworten auf aktuelle Fragen in der Reflektion der Vergangenheit. Die Möglichkeiten des Zusammenlebens mit anderen Kulturen wird in der Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur gesucht. Diese Leitgedanken spiegeln sich nicht nur in dem nun vorgestellten Programm für Schwaben wider – der Bezirk versteht sich auch als Baustein Europas. Davon zeugen die langjährigen Partnerschaften mit dem französischen Département Mayenne und der historischen Region Bukowina. Letztere feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen. www.bezirk-schwaben.de

Ein erster Einblick in das Kulturjahr 2017 des Bezirks Schwaben

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld: Im Anschluss an die aktuelle Präsentation »Der Schneemann. Geschichte(n) eines Winterhelden« (bis 5. Februar) startet das Museum am 2. April mit seiner ersten Sonderausstellung 2017, »Sparen, verschwenden, wiederverwenden. Vom Wert der Dinge«. Die Schau wirft einen Blick auf den Wandel vom sparsamen, oft durch Not und Mangel geprägten sorgsamen Umgang mit den Dingen bis hin zur heute vielfach beklagten Wegwerfmentalität.
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de

Hammerschmiede und Stockerhof Naichen: Die Außenstelle des Schwäbischen Volkskundemuseums in Neuburg/Kammel nimmt in der ab dem 14. Mai laufenden Ausstellung »Verschwundene Dinge von A bis Z« aus unserem Alltag verschwundene Gegenstände in den Fokus – von A wie Addiator bis Z wie Zigarettenbilderalbum.
www.hammerschmiede-naichen.de

Museum KulturLand Ries: Erst im Sommer 2015 wurde die neue Dauerausstellung des Maihinger Museums nach über zwei Jahren Planungs- und Bauzeit wiedereröffnet. Heuer zeigt das Haus unter anderem Fotografien aus dem Nachlass Förstner (Foto oben). Die ab dem 1. April ausgestellten Aufnahmen gewähren Einblicke in den ländlichen Alltag, die bäuerliche Arbeitswelt und die Festkultur im Ries zwischen 1920 und 1973.
www.museumkulturlandries.de

Schloss Höchstädt: In der ab dem 2. April zu sehenden Ausstellung »Die Welt im Kleinen« präsentiert Daniel Reisch eine Vielzahl an historischen, aber auch zeitgenössischen Architekturmodellen aus dem gesamten Bezirk Schwaben. Der renommierte Architekt vertritt die eigentliche Höchstädt-Kuratorin Stefanie Kautz, die sich jüngst in Elternzeit verabschiedete. Daneben gibt es mit Konzerten, Theater und Kinderkino ein umfangreiches Rahmenprogramm für die ganze Familie.
www.hoechstaedt-bezirk-schwaben.de

Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren: Im Unterallgäu geht es auf eine konfessionelle Spurensuche zum Reformationsjahr. Unter dem Titel »Weihwasser, Schutzengel und Konfirmationsbrief« lädt das Bauernhofmuseum zu einem Spaziergang in seine Häuser und Stuben, um katholische und evangelische Eigenheiten und Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen.
www.bauernhofmuseum.de

Forschungs- und Beratungsstelle für Volksmusik: Das umfangreiche Konzertprogramm der in Krumbach ansässigen Einrichtung kann in den nächsten Wochen gleich mit einem Highlight aufwarten: Am 12. Februar erklingt im Augsburger Parktheater Leopold Mozarts 1755 entstandene Sinfonie »Die Bauernhochzeit« gleich mit einem ganzen Hackbrettorchester. Daneben gibt es Polonaisen und Ländler sowie schwäbische Menuette und Märsche.
www.volksmusik-schwaben.de

Schwäbisches Jugendsinfonieorchester: SJSO-Dirigent Allan Bergius hat für sein Orchester erneut das ein oder andere Klassik-Juwel aus dem Hut gezaubert. Im Rahmen der Frühjahrskonzerte präsentieren die Jugendlichen Richard Wagners Ouvertüre zur Oper »Tannhäuser«, Franz Liszts Klavierkonzert Nr. 2, A-Dur und Johannes Brahms Symphonie Nr. 1, c-moll, op. 68. Als Solist ist der Pianist Miroslav Kultyshev zu hören. Die Termine: Stadthalle Gersthofen (21. April), Musikakademie Marktoberdorf (22. April) und Hofgarten-Stadthalle Immenstadt (23. April).
www.sjso.de

Trachtenkulturberatung: Das Knopfmacherhandwerk aus dem 18. und 19. Jahrhundert erlebt derzeit eine bunte Renaissance, die maßgeblich durch die Aktionen und Publikationen der Trachtenkulturberatung des Bezirks ins Rollen gebracht wurde. Heuer bildet die Knopfmacherei einen Schwerpunkt im vielfältigen Kursangebot. Doch auch Kitteljacken, Seegrasschuhe, Radhauben oder Korbtaschen sind im Programm vertreten.
www.trachten-schwaben.de

Bezirksheimatpflege: So etwas wie eine theoretische Klammer um das Kulturprogramm des Bezirks Schwaben legt das breit aufgestellte Aufgabenfeld der Heimatpflege unter der Leitung von Dr. Peter Fassl. Hierzu gehört die Unterstützung bei Fragen der Denkmalpflege, ebenso wie die Förderung der Literatur- und Theaterszene. Heuer wird zudem der in zweijährigem Turnus verliehene Schwäbisches Kunstpreis vergeben – Preisverleihung am 7. März im Schwäbischen Volkskundemuseum.
www.heimatpflege.bezirk-schwaben.de

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