Aufstand der Gartenzwerge

10. Oktober 2017 - 8:34 | Jürgen Kannler

Privattheater im Porträt: Theaterwerkstatt Augsburg.

Matthias Klösel, geborener Badener, gelernter Schwabe, ist ein Urgestein unserer Theaterlandschaft. Den Menschen dieser beiden dem alemannischen Sprachraum zugehörigen Gebiete sagt man eine gewisse Halsstarrigkeit nach. Gewiss nicht unsympathisch, doch auch sehr eigen und im Bedarfsfall bereit, es mit jedem aufzunehmen, der aus Recht Unrecht macht und den Hausfrieden stört. Solch einem Charakter bereitet Theatermann Klösel nun – erneut – die Bühne. Es geht um einen, der vom Leben nicht nur die Sonnenseiten kennengelernt hat. Noch nicht alt, aber sicher auch nicht mehr jung, hat er sich zum Wundenlecken in seinen Schrebergarten zurückgezogen. Als sein Paradies einer Wohnanlage weichen soll, sieht er rot.

Matthias Klösel schreibt modernes Volktheater und bringt es auf die Bühne. Dort ist er wie in der Schreibstube meist Einzelkämpfer. Unterstützung für seine oft kantigen Projekte findet er immer wieder bei Regisseur Jürg Schlachter. So auch bei der Produktion »Aufstand der Gartenzwerge«. Premiere ist am 18. Oktober im City Club, weitere Aufführungen sind im Hoffmannkeller und in der Kresslessmühle angesetzt. Keine leichte Aufgabe für das kleine Team, zu dem bei dieser Inszenierung auch die Bühnenbildnerin Valerie Lutz gehört.

Der City Club hat die kleinste und eigenwilligste unserer mit neuen Bühnen gegenwärtig reich gesegneten Stadt. Klösel mag den Laden, nicht zuletzt weil er hier ein Publikum erreicht, das er in anderen Theatern nicht sieht. Die einfachen Verhältnisse im City Club sind für ihn okay. Seine Kunst verzichtet auf Chichi und aufwendige Technik. Seine Arbeitsplattform heißt Theaterwerkstatt. Ein Theater ohne eigene Bühne, 2007 von Klösel gegründet und seitdem mit einer guten Handvoll Stücke meist aus seiner Feder und abseits des Mainstreams hier und andernorts am Start.

Im letzten Jahr schloss sich Matthias Klösel mit den anderen Privattheatern der Stadt zusammen, um gemeinsam die Erhöhung der Zuschüsse voranzubringen. Die Theaterwerkstatt scheiterte als einziges beteiligtes Unternehmen an den vom Kulturreferat nicht genau definierten Kriterien für die Förderung und flog aus dem Etatpool.

Premiere: 18. Oktober (City Club). Weitere Termine: 19. Oktober (City Club), 20. Oktober und 16. November (Hoffmannkeller), 23. und 25. November (Kresslesmühle). Beginn: jeweils 20:30 Uhr.

www.theaterwerkstatt-augsburg.de

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