Augsburg – eine Wasserstadt

10. Januar 2018 - 8:38 | Gast

Was in Sachen UNESCO-Welterbe-Bewerbung 2018 alles geboten ist. Ein Gastbeitrag von Ulrich Müllegger

Jetzt ist sie also fertig, die insgesamt 700 Seiten dicke Schrift, mit der sich die Stadt Augsburg bei der UNESCO um den Titel »Welterbe« bewirbt. Detailreich und höchst anspruchsvoll wird darin aufgezeigt, warum Augsburg schon immer eine Wasserstadt war und ist, welche bedeutende Rolle Wasserbau, Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst seit vielen Jahrhunderten in unserer Stadt spielen und warum das Augsburger Wassersystem weltweit einmalig ist.

Ende letzten Jahres war die Bewerbung samt Managementplan schon zu einer formalen Vorprüfung bei der UNESCO in Paris. Nachdem diese erste Hürde problemlos gemeistert wurde, erfolgt nun zum 1. Februar 2018 die offizielle Einreichung beim UNESCO-Welterbe-Zentrum in Paris. Dort wird die Bewerbung von einer internationalen Expertengruppe eingehend unter die Lupe genommen. Dazu gehören natürlich entsprechende Besuche vor Ort in Augsburg, offiziell und durchaus auch inkognito. Diese Experten erstellen dann ein Gutachten, das dem Welterbe-Komitee der UNESCO vorgelegt wird, das schließlich weiter darüber befindet. Mit einer definitiven Entscheidung, ob Augsburg Welterbe wird, ist voraussichtlich Mitte 2019 zu rechnen.

Um in Sachen »Wasser« im Gespräch zu bleiben, stehen dieses Jahr wieder viele öffentlichkeitswirksame Aktionen an, die teilweise bewährte Projekte wie auch neue beinhalten. So ist eine der wichtigsten Aufgaben die Verwirklichung eines »Wasserladens« für die Öffentlichkeit, um über die Schwerpunkte der Bewerbung zu informieren. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren, Ende 2018 soll der Showroom dann in den Räumlichkeiten der ehemaligen Stadtsparkasse mitten im Herzen der Stadt am Rathausplatz eröffnet werden.

Höhepunkt des Jahres ist eine große Ausstellung zum Thema »Wasser« im Maximilianmuseum. »Wasser Kunst Augsburg – die Reichsstadt in ihrem Element« wird am 15. Juni 2018 eröffnet und beleuchtet die Geschichte der Augsburger Wasserwirtschaft von den Anfängen der Stadtgeschichte an bis 1806. Neu entdeckte Archivalien, prächtige Karten und Planzeichnungen sowie hochrangige Kunstwerke von Leihgebern aus ganz Europa bieten einen großartigen Überblick über die Augsburger Wasserhistorie. Glanzpunkt der Ausstellung wird der einzigartige Bestand an hydrotechnischen Modellen aus Augsburgs historischer Modellkammer sein.

Am Abend des 16. Juni 2018 verwandelt sich die Augsburger Innenstadt bei der »Langen Nacht des Wassers« in eine Kulturmeile für Nachtschwärmer. Mit Orchesterkonzerten, Theaterszenen, Kammermusik, Lesungen, Ballett, Führungen und Ausstellungen bietet die Kunstnacht musikalische Wasserwelten und fließende Kunsträume.

Auch die »Augsburger Wassertage« stehen in diesem Jahr wieder auf dem Programm. Von Mai bis Oktober können jeweils am ersten Sonntag im Monat das historische Wasserwerk am Roten Tor und weitere beeindruckende Denkmäler der Wasserwirtschaft sowie Museen besichtigt werden. (Erster Termin: Sonntag, 6. Mai 2018). Weitere Möglichkeiten, diese spannenden Einblicke zu erleben, gibt es außerdem am 25. März und am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals.

Natürlich wird auch in diesem Jahr die städtische Vortragsreihe mit Experten zur UNESCO-Welterbe-Bewerbung fortgesetzt. Start ist am 22. März 2018, exakt am »Welttag des Wassers«. Genauere und stets aktuelle Informationen gibt es unter: www.augsburg.de/welterbe

Ulrich Müllegger war fast zwei Jahrzehnte bei der Stadt Augsburg als Pressesprecher beschäftigt sowie sieben Jahre lang als persönlicher Referent von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Seit 2016 ist er Gesamtverantwortlicher der Kommunikation und Koordinator der UNESCO-Welterbe-Bewerbung.


Was bringt das neue Jahr? Die a3kultur-Redaktion hat 16 Kulturmacher*innen aus unserer Region um einen Gastbeitrag zu ihren Projekten 2018 gebeten. Mehr in unserer aktuellen Printausgabe: http://a3kultur.de/ausgabenarchiv

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