Bunte Bühne – gelebte Vielfalt

14. Januar 2018 - 9:15 | Gast

Vier Eckpfeiler für das Kulturhaus Kresslesmühle. Ein Gastbeitrag von Dr. Margret Spohn, Michael Hegele und Anke Häusler.

Seit nun gut zweieinhalb Jahren liegt die Verantwortung des ersten soziokulturellen Zentrums Augsburgs, dem Kulturhaus Kresslesmühle, beim Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die ein Wechsel von freien in städtische Strukturen automatisch mit sich bringt, ist nun wieder Leben in die Mühle eingezogen. 2017 brachte vier wesentliche Neuerungen:

Erstens: Unter dem Motto »Bunte Bühne – gelebte Vielfalt« haben wir das Kulturprogramm breiter aufgestellt. Neben den klassischen Kabarettveranstaltungen stehen nun gleichberechtigt Konzerte, Podiumsdiskussionen, Kleinkunst, Le­sungen, Theater, Tanzveranstaltungen und Slams nebeneinander. Die Mühle ist wieder Anlaufpunkt für große Kabarettnamen und gleichzeitig auch attraktiv für die Augsburger Kulturszene geworden.

Zweitens: Großes haben wir im ersten Stock der Mühle vor. Im Rahmen des Bundesprogramms »Soziale Integration im Quartier« haben wir uns mit unserem »Bildungs-, Beratungs- und Begegnungshaus Kresslesmühle« um einen großzügigen staatlichen Zuschuss beworben und diesen auch bekommen.

Im Spätfrühjahr 2018 werden die Bauarbeiten beginnen. Ein Aufzug wird dann alle Stockwerke miteinander verbinden und das Haus bekommt barrierefreien Toiletten. Im ehemaligen Kindergarten Kolibri wird das Bildungsbüro der Stadt Augsburg mit den Bildungskoordinatorinnen für neu Zugewanderte einziehen. Gleichzeitig werden Berufseinstiegs- und Bildungsberatung sowie eine »roulierende Beratung« neu Zugewanderten ein breites Beratungsangebot anbieten. Die Idee dahinter ist, dass Beratungsstellen aus ganz Augsburg jeweils zwei Stunden in der Woche eine Einstiegsberatung anbieten.

Abends und am Wochenende werden die neu gestalteten Räume auch weiterhin Organisationen, Vereinen, Initiativen gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung stehen. Im großen Saal im Erdgeschoss wird es erst einmal keine Veränderungen geben.

Drittens: Mit der Eröffnung der neuen Gastronomie Dreizehn ist die Mühle wieder ein Anlaufpunkt auch außerhalb der Kulturveranstaltungen. Das vegane Speiseangebot der Dreizehn entspricht ganz dem Mühle-Spirit und belebt das Haus vom Frühstück bis zur Mitternachtssuppe.

Viertens: Wir haben für die Kresslesmühle ein neues Design entwickelt, unsere Öffentlichkeitsarbeit professionalisiert und die Mühle hat ein frisches Erscheinungsbild erhalten. Unsere Website unter www.kresslesmuehle.de ist im neuen Design wieder erreichbar und gibt Informationen zu allen Veranstaltungen.

Tickets kann man ab jetzt online bestellen oder in der Dreizehn und vielen anderen VVK-Stellen erwerben. Die Mühle ist auf dem guten Weg, eine neue Identität zu bekommen In 2018 werden wir diese vier Eckpfeiler weiter ausbauen. Eine Neuigkeit im Bühnenprogramm ist die Auflösung der Blöcke von Kabarettherbst und -frühling. Ab Januar gibt es jeden Monat Kabarett und Comedy in der Mühle. 2018 geben sich Größen wie Michi Altinger, Maxi Schafroth, Senay Duzcu, oder Stefan Zinner die Klinke in die Hand.

Neben den fest etablierten Formaten wie dem »Zugvogelslam«, »Fastfood« oder der »Open Stage« haben wir neue monatliche Formate wie »Los Molineros«, ein Jazzformat um Jan Kiesewetter, oder »Impro à la Turka« für die Mühle verpflichtet. Weitere Highlights 2018: Django 3000, bayerisch-jiddischer Tanzabend, Theter Theater, Yoéd Sorek, Hanna Sikasa und viele mehr. Im Dezember wird die Mühle zur Spielstätte für das Theater Augsburg. Näheres wird folgen.

Das Haus in der Barfüßerstraße 4 ist wieder zur Adresse für Kultur, gutes Essen, Bildung, Vernetzung und Freiraum geworden. Dies gilt es jetzt fest zu etablieren – immer unter dem Motto »Bunte Bühne – gelebte Vielfalt«.

Dr. Margret Spohn ist Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und Vielfalt der Stadt Augsburg und der Kresslesmühle. Michael Hegele und Anke Häusler zeichnen für das Programm des Kulturhauses verantwortlich.

www.kresslesmuehle.de


Was bringt das neue Jahr? Die a3kultur-Redaktion hat 16 Kulturmacher*innen aus unserer Region um einen Gastbeitrag zu ihren Projekten 2018 gebeten. Mehr in unserer aktuellen Printausgabe: http://a3kultur.de/ausgabenarchiv

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