»Engagiert wie kompetent«

8. Februar 2017 - 8:51 | a3redaktion

Das Brechtfestival steht heuer erstmals unter der künstlerischen Leitung von Patrick Wengenroth. Der Augsburger Kulturbeirat stärkt dem Theatermann den Rücken und fordert eine Vertragsverlängerung bis 2019.

Wengenroth präsentiert vom 3. bis 12. März unter dem Titel »Ändere die Welt, sie braucht es!« ein anspruchsvolles Programm, das das Brechtsche Werk mit den aktuellen Diskursen unserer Gesellschaft konfrontiert.  Der Kulturbeirat der Stadt Augsburg fordert nun eine Verlängerung des auf vorerst ein Jahr fixierten Engagements. Das Gremium übermittelte dem gestrigen Kulturausschuss eine »empfehlende Meinungsbildung«. Das Papier in voller Länge:

1. Der Kulturbeirat begrüßt das von Patrick Wengenroth vorgelegte Programm und dessen zugrundeliegendes Konzept. Das Programm stimmt überein mit den Vorschlägen, die der Beirat im Februar 2016 gemacht hat, insbesondere in Hinblick auf die Identität des Festivals, zu seiner Eigenständigkeit, seinen vielfältigen Formaten, zur popkulturellen Bedeutung, der Stadtteilbespielung und der Einbindung der freien Szene.

2. Die Planungsarbeit und Programmrealisierung von Patrick Wengenroth verdient nicht nur angesichts der kurzfristigen Schließung des Großen Hauses und des fehlenden Interimsersatzes hohe Wertschätzung. Ihm ist vor dem Hintergrund der räumlich-logistischen Notlage gelungen ein aufregendes, zukunftsfähiges und geistreiches Festivalformat zu entwickeln: Es changiert ausgewogen zwischen Tradition und Innovation, nimmt »Brecht und Augsburg« ernst und trägt dabei eine ganz eigene Handschrift.

3. Im Sinne einer strukturellen Verstetigung, einer nachhaltigen öffentlichen Wahrnehmung und einer lebendigen Brechtpflege plädiert der Kulturbeirat auf eine Verlängerung des Vertrags mit Herrn Wengenroth bis 2019 hinzuarbeiten. Der so engagiert wie kompetent gestartete Leiter sollte nach Ansicht des Beirats das diesjährige Festival mit gestärktem Rücken angehen können.

4. Die Vitalität mit der die Stadt Augsburg ihr Brechtfestival begeht sollte auch den anderen Bereichen der Brechtpflege zugute kommen: Das Brechthaus ist mit neuem Leben zu füllen, etwa als Ort Literaturvermittlung; Pläne, das Haus auch als Künstlerresidenz zu nutzen werden ausdrücklich begrüßt. Überlegungen zur Profilschärfung der Brechtpreises heißt der Beirat ebenfalls gut.

Foto: Patrick Wengenroth (links) und Kulturreferent Thomas Weitzel bei der Präsentation des Festivalprogramms im Januar.

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