Entdeckungsreise

16. September 2016 - 8:32 | Felicitas Neumann

Am 18. September wird der 9. Friedberger Skulpturenpfad eröffnet – ein letztes Mal unter der Regie von Rose Maier Haid.

1992, Stadtpark: Der Friedberger Skulpturenpfad, erfunden und organisiert von Rose Maier Haid, findet erstmals statt. Die Freiluft-Ausstellung bleibt kein einmaliges Ereignis: »Meine soziale Plastik verwirklichte sich auf freudvolle Weise. Mit Hilfe von vielen Künstlern aus ganz Deutschland, die immer neue Werke schufen, kam ich bis jetzt zur neunten Auflage.«

Mit den unterschiedlichsten Themen wie »Pilgerweg des Plastischen« oder »Geglückte Gegenbewegung« schaffte es die Leiterin der KunstSchule Friedberg – in Kooperation mit der Stadt als Veranstalter – bei Bürgern und Besuchern eine Entwicklung hervorzurufen. »Meine Vision, der ich noch heute folge, ist, dass alle Menschen mit Kunst in Berührung kommen sollten. Denn Kunst befreit, macht tolerant, ist Futter für die Seele. Heute ist es so, dass Menschen die Kunst am Wegesrand behüten wollen und ihren Wert schätzen. Für manche ist es vielleicht aber auch ein Trost, dass die Werke in zwei Monaten wieder verschwinden.«

So oder so: Es gibt viel zu entdecken! Unter dem Motto »Stadt der Kinder und der Kunst« sind heuer 55 Künstlerinnen und Künstler mit 73 Werken vertreten. Eröffnet wird der 9. Friedberger Skulpturenpfad am 18. September um 14 Uhr im »KunstWerk«, Bauernbräustraße 50. Im Anschluss findet ab 15 Uhr die erste von insgesamt sechs Begehungen der Open-Air-Ausstellung statt. Viele Künstler sind anwesend und geben direkt vor Ort Auskunft zu ihren Arbeiten.

»Die Veranstaltungen mit den Kindern sind häufig Sternstunden«

Auch wenn die Skulpturen des 9. Friedberger Skulpturenpfads irgendwann verschwinden, der Pfad wird immer im Gedächtnis bleiben, wie auch seine Erfinderin, Rose Maier Haid, die in diesem Jahr ein letztes Mal das Kunstevent organisiert. »Die Kunstbewegung entwickelt sich, ganz wie es die Fantasie und Kreativität und vor allem die Freiheit fordert. Ich gebe die Aufgabe, die ich mir selbst stelle, nicht ab. Es ist meine Vision, der ich folge.«

Visionen, mit denen sie in ein neues Semester startet – ab Mitte des Monats finden noch viele weitere Kurse und Veranstaltungen ihrer Friedenskunstschule statt, darunter der Weltkindertag am 20. September ab 15 Uhr und der Kinderkulturtag am 25. September ab 14 Uhr. »Die Veranstaltungen mit den Kindern sind häufig Sternstunden, nicht nur ich empfinde das so: Wenn die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden, sind sie entspannt, glücklich, zeigen stolz ihr Erarbeitetes oder tragen ein neu gelerntes Gedicht vor. Sie nehmen diese Welt mit in ihr zu Hause.« Doch nicht nur das: »Am Weltkindertag arbeite ich mit Kindern an meinem ›Kann ohne Kanone‹-Projekt, das seit 1994 läuft. Die Kinder sind aufgefordert, ihre Aggressionsgegenstände, auch Waffen, mitzubringen. Wir wandeln diese zur Kunst um, die Kinder nehmen stolz ihre Kunstwerke und eine gute Portion neu gewonnen Mutes mit nach Hause.«

Der 9. Friedberger Skulpturenpfad ist bis zum 30. Oktober Tag und Nacht geöffnet. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der zum Preis von 8 Euro im »KunstWerk« und im Bürgerbüro der Stadt Friedberg erhältlich ist. Weitere Infos zur KunstSchule und zu ihrem aktuellen Programm finden Sie unter:
www.kunstschule-friedberg.de

Foto: »Alles hören, alles sehen, alles sagen wollen« – die drei Tonfiguren der Dasinger Künstlerin Christine Sailer sitzen in der Bauernbräustraße, nahe der KunstSchule Friedberg. (Foto: Georg Lange)

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