(K)ein Schlag ins Gesicht

7. Dezember 2016 - 13:58 | Janina Kölbl

Der Autor Franz Dobler bescherte dem Publikum am 6. Dezember einen abwechslungsreichen Abend in der Golden Glimmer Bar.

Der Augsburger Schriftsteller Franz Dobler war im Rahmen des letzten a3kultursalons für dieses Jahr zu Gast in der Golden Glimmer Bar, um nach »Ein Bulle im Zug« nun den zweiten Teil seiner Krimireihe um Hauptkommissar Robert Fallner, »Ein Schlag ins Gesicht«, vorzustellen.

Zusammen mit Miriam Zissler von der Augsburger Allgemeinen, die den Abend durch ihre Moderation kurzweilig werden ließ, präsentierte der deutsche Krimipreisträger seinen jüngsten Roman »Ein Schlag ins Gesicht«, der es auf Platz 1 der Krimi-Zeit Bestenliste schaffte.

Der Abend bot in einer heimeligen Krimiatmosphäre bei gedämpftem Glimmerbarlicht einen schönen Einblick in das neueste Werk des Autors. Hierzu las Dobler ausgewählte Stellen seines Romans vor, die durch Fragen von Zissler abgerundet wurden. Schnell ist die ironisch-derbe Sprache im Roman zu erkennen, von der alle reden. Am Anfang irritiert sie zwar, doch sie stört nicht: Sie passt zu Doblers ebenso oft nicht ganz ernstgemeinten Antworten und seiner ganzen, von Fragen geprägten Persönlichkeit. Zugleich kristallisieren sich wie auch schon in Doblers vorherigen Romanen Parallelen seiner eigenen Person mit der Figur des Robert Fallner heraus. Warum er so gerne von kaputten Menschen schreibt? »Weil das viel interessanter ist als über Menschen wie wir zu schreiben, die vollkommenen normal sind«, sagt der Autor in einem unverkennbaren Witz. Das Publikum lacht und ist sichtlich angetan von dem sympathischen Augsburger mit der moderatorenähnlich-dunklen Stimme – und das ist sichtbar förderlich für einen entspannten Abend in einer Kneipe.

Zum Ende des Abends verliert Dobler jedoch allen zuvor gesäten Humor. Denn Dobler ist nicht nur Autor, sondern auch engagiert im Augsburger Flüchtlingsrat. So liest er ein Schriftstück vor, das zwar einem Folgeroman dienen könnte, jedoch vielmehr ein Appell an die Zuhörer*innen ist, sich gegen die verstärkt stattfindenden Abschiebungen zu organisieren. Hierbei verweist er auf eine Demonstration am 17. Dezember am Königsplatz, bei welcher jeder teilnehmen kann – und es auch dringend sollte.

www.augsburgerfluechtlingsrat.blogspot.com
www.franzdobler.de

Foto: Frauke Wichmann

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