Künstlerisch und kulinarisch

10. Juli 2017 - 16:28 | Iacov Grinberg

Mit der neuen Ausstellung von Lois Rinner »Land unter im Morgen ganz still« setzt das Kaffeehaus Dichtl seine Reihe »kunst im dichtl« und damit ein wichtiges Projekt fort.

Sie wissen, dass man in den großen Galerien und Museen meist nur Arbeiten von renommierten Künstlern sehen kann. Viele Künstler sind nicht mit der Aufmerksamkeit der führenden Kunstwissenschaftler und großen Galeristen verwöhnt, schaffen aber manchmal wirklich wunderbare Arbeiten. Es gibt viele Bilder, die in meinem Gedächtnis einen ständigen Platz erobert haben, da sie ein »Ah-Gefühl« hervorgerufen haben – mindestens eine Hälfte davon habe ich bei Ausstellungen in kleinen Galerien gesehen. Die Namen ihrer nicht prominenten Schöpfer waren für das breite Publikum kaum bekannt. Wo können solche Künstler einen Weg zum Publikum finden? Hier ist neben anderen auch die Familie Dichtl behilflich. Sie stellt zeitweilig ihre Wände für diese Werke zur Verfügung..

Der in Muttershofen lebende Künstler Lois Rinner hat sein Atelier im »Naturpark Augsburg Westliche Wälder«. Er ist Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler und des Kunstvereins »Die Ecke«, seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. Dem breiten Augsburger Publikum ist er aber ungeachtet einiger Ausstellungen wenig bekannt. Er ist auch als Dichter tätig, einige seine Gedichte sind in jährlichen Almanachen der besten deutschen Poesie zu finden. Er versucht in seinen Bildern und Gedichten Natur, Atmosphäre und Zeit abzubilden, er liebt Landschaften, Blumen und Wolken. Für diese Ausstellung hat Lois Rinner ausschließlich Bilder zusammengestellt, die seine Erfahrung mit der Natur thematisieren. Und es lohnt sich zweifelsohne seine ausgestellten Bilder zu bewundern.

Was noch bemerkenswert bei dieser Ausstellung ist, ist die Arbeit der Kuratorin und Galeristin Anette Urban. Sie führte mit ihrem Mann Wolfgang Reichert bis Ende 2016 die Ecke-Galerie, seit 2017 die maxgalerie im Lichthof der maxpassage. Sie sollte aus Arbeiten der vielen ihr gut bekannten Künstlern eine Auswahl treffen, die mit dem Ambiente des Kafeehauses Dichtl im Gleichklang schwingt und die Räumlichkeiten positiv belebt. Sie wissen, dass das Ambiente den Geschmack von Kulinarischem stark beeinflussen kann. Die vorige Ausstellung »Was die Hausfrau wissen soll« passte eindeutig ins Ambiente des Cafés, auch die jetzige scheint mir passend sein. Sie können sich selbst davon überzeugen, die Ausstellung läuft noch bis 12. Oktober. Weitere Arbeiten von Lois Rinner können Sie in der Nähe vom Dichtl, in der maxgalerie im Schauraum in der Maxpassage, Maximilianstraße 14, gleich nebenan, bewundern.

www.maxgalerie.de
www.dichtl.de

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