Leuchtmittel

Philipp Fürhofer Kunstverein Augsburg 2016 (photo: Bettina Kohlen)
19. August 2016 - 10:41 | Bettina Kohlen

Im Kunstverein Augsburg geht zur Zeit ständig das Licht an und aus. Philipp Fürhofer macht das Holbeinhaus mit großen Leuchtkasten-Inszenierungen zur »Reflexzone«.

Spiegelfolien, Glas, Glühbirnen und Leuchtstoffröhren, die zyklisch geschaltet werden: Es blinkt regelmäßig. Die Exponate verändern sich, sie reflektieren, sie erzählen, der Blick des Betrachters wandert hin und her. Philipp Fürhofer zeigt in seiner Ausstellung großformatige Boxen aus transparentem Plexiglas, die an der Wand hängen oder frei im Raum platziert sind. Sie sind innen und außen, vorn und hinten bemalt, darin befinden sich Kabel, Leuchtstoffröhren, textile Reste, Plastikzeug. Die äußeren Grenzen werden aufgebrochen – da biegen sich Ecken hoch, Kabel hängen heraus, die Fronten wellen sich. Je nach Schaltung der Leuchtstoffröhren sind andere Bilder zu erkennen, ergeben sich unterschiedliche Ein- und Durchsichten: Vexierbilder.

Die beiden Professionen des gebürtigen Augsburgers Fürhofer greifen in seinem Werk ineinander: Er ist international tätiger Bühnenbildner und Künstler. So sind seine künstlerischen Arbeiten immer auch Inszenierung, die Leuchtkästen werden zu kleinen Kabinetten, in denen Theater gespielt wird.

Besonders deutlich wird dies in der zentralen Installation im zweigeschossigen Glasraum des Holbeinhauses. Spiegelausläufer und Fensterfolien greifen von riesigen blau und blassrosa leuchtenden Objektkästen über den Boden, die dunkelpetrol schimmernden Wände und die Fensterfronten – der Raum wird in der Inszenierung eingenommen. Und der Betrachter taucht in diese Bühne ein, er könnte zum Akteur werden. Vorhang auf, die Oper kann beginnen …

»Reflexzone« ist bis zum 13. Oktober zu sehen. Führungen: 13. September und 5. Oktober, jeweils 19 Uhr, Werkgespräch mit Philipp Fürhofer: 29. September, 19 Uhr
www.kunstverein-augsburg.de

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