Liebes Tagebuch

20. März 2017 - 11:20 | Patrick Bellgardt

Jörg Schur präsentiert seine neue Impro-Show »I am Schur« im Sensemble Theater.

Es ist die Geschichte des Mathelehrers Jonathan-Thilo Schwarz, die zur Premiere von »I am Schur« auf die Bühne des Sensemble Theaters kommt. Hin und her gerissen zwischen seiner Ex-Frau Sabine und der neuen Partnerin Kerstin, entspinnt sich ein urkomischer Seelenstriptease. Schwarz, ein gefühlskalter Besserwisser, bewegt sich denkbar ungeschickt in seiner Patchwork-Familienwelt. Als dann auch noch die attraktive Sportlehrerin Kimberly ins Spiel kommt, muss er mit Schrecken feststellen, dass sich die starren Regeln seines Fachgebiets nicht auf das wahre Leben übertragen lassen.

Die Gleichung geht nun mal nicht immer auf – ganz anders verhält es sich mit »I am Schur«. Die neue Show bewegt sich im Improtheater-Koordinatensystem auf ganz hohem Niveau. Jörg Schur (Foto) präsentiert zu seinem 20-jährigen Sensemble-Bühnenjubiläum ein erfrischend-mutiges Format. Im Mittelpunkt steht eine improvisierte Figur, die komplett nach den Vorgaben des Publikums erschaffen wird. Zusammen mit Fred Brunner als kongenialer musikalischer Sidekick und wechselnden Gästen (zur Premiere: Monika Eßer-Stahl) kreiert Schur ohne Drehbuch und doppelten Boden einen Einblick in die Gefühlswelt dieses Charakters.

Die Zuschauer sind dabei das Tagebuch, dem der Charakter all seine Hoffnungen, Träume und Wünsche anvertrauen kann. Von der Namensgebung und dem Beruf bis hin zu den Eigenheiten und Problemen dient das Publikum als Stichwortgeber, als Inspirationsquelle für die Schauspieler. Nichts ist vorgegeben, der Fantasie wird freien Lauf gelassen. Zur Premiere funktioniert dieses Konzept hervorragend: Das Dreiergespann Schur, Brunner, Eßer-Stahl spielt sich die Bälle gekonnt zu. Spontane Situationskomik, kreative Wort- und Szenenwechsel sowie eine schräge Charakterzeichnung machen die Geschichte des Jonathan-Thilo Schwarz zu einem anregenden Vergnügen. Wen wir als nächstes kennenlernen dürfen? Inszenieren Sie selbst!

»I am Schur« läuft am 23. März (ausverkauft), 6. April (ausverkauft), 13. Mai und 1. Juni. Weitere Termine im Herbst sind in Planung. Die nächste Regiearbeit von Jörg Schur, »Bin Nebenan«, feiert am 29. April Premiere.

www.sensemble.de
www.joergschur.de

Weitere Positionen

21. Januar 2018 - 12:20 | Susanne Thoma

Ein gemeinwesenorientiertes Integrationsprojekt des Kulturpark West und des bfz ermöglicht Migrant*innen, Geflüchteten und Stadtbewohner*innen eine kreative, selbstständige Umgestaltung einer ehemaligen Kantine.

18. Januar 2018 - 13:18 | Susanne Thoma

Die erste Sitzung des neuen Kulturbeirats brachte nicht nur den Vorsitzenden Korbinian Grabmeier hervor, sondern ließ auch viel Engagement erkennen.

16. Januar 2018 - 13:30 | Dieter Ferdinand

Das Theater Augsburg präsentiert auf der Brechtbühne die deutsche Erstaufführung von »Das Kind träumt« des israelischen Dramatikers Hanoch Levin.

16. Januar 2018 - 9:03 | Renate Baumiller-Guggenberger

Erwartungen erfüllt: Internationale Ballett- und Tanzgala 2018 des Theaters Augsburg im martini-Park

14. Januar 2018 - 9:15 | Gast

Vier Eckpfeiler für das Kulturhaus Kresslesmühle. Ein Gastbeitrag von Dr. Margret Spohn, Michael Hegele und Anke Häusler.

13. Januar 2018 - 8:01 | Gast

Die Staats- und Stadtbibliothek ist heute die älteste noch bestehende Kulturinstitution Augsburgs. Ein Gastbeitrag von Dr. Karl-Georg Pfändtner

12. Januar 2018 - 8:01 | Gast

Erinnerung, Forschung, Vermittlung – das Jüdische Kulturmuseum 2018. Ein Gastbeitrag von Benigna Schönhagen

10. Januar 2018 - 8:38 | Gast

Was in Sachen UNESCO-Welterbe-Bewerbung 2018 alles geboten ist. Ein Gastbeitrag von Ulrich Müllegger

10. Januar 2018 - 8:16 | Gast

Das Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg unterhält seit kurzem eine Professur für historische Tasteninstrumente. Ein Gastbeitrag von Christoph Hammer

8. Januar 2018 - 8:15 | a3redaktion

Kaminski, Wasser, Barockmalerei – die Kunstsammlungen und Museen 2018. Ein Gastbeitrag von Christof Trepesch