Moderne Sklaverei

24. November 2017 - 8:51 | Janina Kölbl

Am Freitag, 10. November, fand in der Neuen Stadtbücherei eine Podiumsdiskussion unter dem Titel »Nuss-Nougat-Creme, Sexvideos und Frauenhandel« statt, veranstaltet vom Verein »Augsburger*innen gegen Menschenhandel«.

Der Verein, der bereits seit 2012 als Arbeitsgruppe existiert, hat es sich zum Ziel gemacht, gegen Sklaverei, Frauen- und Menschenhandel in Augsburg, deutschland- und weltweit vorzugehen. Er möchte Bürger*innen dazu animieren, sich aktiv – auch hier vor Ort – dagegen einzusetzen.

Menschenhandel ist nämlich ein größeres Thema denn je – laut der Internationalen Arbeitsorganisation der UN sind etwa 21 Millionen Menschen weltweit Opfer moderner (Arbeits-)Sklaverei. Dabei wird ein großer Teil der versklavten Menschen sexuell ausgebeutet. 98 Prozent dieser Opfer sind Frauen und Mädchen. Dazu hält der Verein »Augsburger*innen gegen Menschenhandel« engen Kontakt zur Kriminalpolizei und zu SOLWODI (Solidarität mit Frauen in Not). Auch in Augsburg ist Frauenhandel präsenter als von vielen angenommen – die Dunkelziffer ist sehr hoch. Zwischen 1.500 und 2.000 Frauen jährlich, größtenteils aus Rumänien, arbeiten hier in Clubs und Bordellen meist unfreiwillig als Prostituierte – eine moderne Form von Sklaverei.

Die Podiumsdiskussion wurde vom Vorstand des Vereins, Klaus Engelmohr, moderiert und stand unter der Schirmherrschaft von OB Kurt Gribl und seiner Frau Sigrid Gribl. Als Talkgäste waren Expert*innen aus verschiedensten Bereichen geladen: Die Trauma-Therapeutin und SOLWODI-Sozialarbeiterin Rodika Knab, die Ex-Prostituierte und Aktivistin für das nordische Modell Huschke Mau, IJM-Aktivist Daniel Rentschler, Romylos Siniosoglou von »free!ndeed e.V.« sowie Sindy Sunshine von Pink Cross Deutschland.

Der Abend gab einen informativen Einblick in die Arbeit des Vereins sowie den Anstoß, sich gegen diese moderne Form von Sklaverei stark zu machen. Wer sich für »Augsburger*innen gegen Menschenhandel« interessiert oder sich engagieren möchte, der kann auf der Homepage www.auxgegenmh.de mehr erfahren. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

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