Mozart mal anders

29. Januar 2018 - 10:03 | Tanja Selder

Am 27. und 28. Januar zelebrierte das »Mozartfeschtle« das Wiegenfest Wolfgang Amadé Mozarts – und brachte damit wieder einmal »Augschburg« und die Musikerfamilie zusammen.

Denn der Aktionstag führte zu vielen geschichtsträchtigen und unterhaltsamen Orten wie in den Kleinen Goldenen Saal, ins Alte Stadtbad und natürlich auch in das Mozarthaus. Bei der »Komponisten-Kochshow« in der Maximilians-Klause gab es mittags nicht nur Operettengesang zu belauschen. In uriger Atmosphäre hörten hungrige Gäste eine eher kabarettistische Einlage aus Gesang, Wortwitz und Anekdoten sowie die Pfannen brutzeln. Die Sopranistin Elke Kottmair verzauberte mit guter Laune und ihren Mitköchen Andreas Sauerzapf, Bryan Rothfuss und Natalia Petrowksi am Klavier, während die drei Singenden live die Lieblingsgerichte bekannter Komponisten mit Mozartküchenuhr an Elektroherdplatten und häufig eher hektisch unter dem Motto »Is mir egal ihr esst das jetzt so!« nachkochten. Parallel bereitete das Küchenteam der gemütlichen Klause Sauerkrautsuppe, Schnitzel oder Makkaroni sowie Kaiserschmarren vor. Fazit: Mit der richtigen Einstellung oder Hunger ist wohl alles singbar – ob Konzert, Komposition oder Kochbuch von Mama…

»Klassik in vollen Zügen« gab es am Sonntag mit dem Fagotttrio »Trio Adesa« (Foto) in der Tramlinie 2 und 4. Zwar wurden einige Mitfahrende von dem Konzert to go überrascht, gerade um das mittig sitzende Trio bildete sich jedoch rasch eine Traube. Während der ein oder andere mit eigener Musik in den Ohren die fetzigen Melodien zu übertönen versuchte, lauschten viele amüsiert. Beim berühmten Volkslied »Die Gedanken sind frei« sangen die Zuhörenden sogar spontan mit.

Entspannt machten es sich Zuschauende zwischen Stadtbad und Stadtgraben in den Kinosesseln des LILIOM. Dort wurden die ersten sechs Folgen der preisgekrönten AmazonPrime-Serie »Mozart in the Jungle« vorgeführt, in der die New Yorker Philharmoniker und deren Alltag im Rampenlicht stehen. Zur Dramedy-Serie kam kein – wie vielleicht zu erwarten – vorwiegend junges Publikum. Vielmehr lockten »Sex, Drugs & Classical Music« auch ältere Semester ins Kino.

Spätestens zum Finale des »Feschtles« ließen sich dann einige junge Zuschauer*innen vom bunten Jazz des Echo-Preisträgers Tim Allhoff in den Kleinen Goldenen Saal locken. Die Kombi-Veranstaltung untermalte mit flimmernden Lichtkegeln das Jazz-Spiel des sympathischen Augsburgers. Die Ateliers »Uferlos« und »Unverdorben« mit Victor Kosebach sowie Julien Kneuse Le Ray gestalteten im prunkvollen Festsaal eine auf die Musik zugeschnittene Lichtinstallation, die zwar zur künstlerischen Atmosphäre beitrug, im spätbarocken Stuck und Deckenfresko jedoch eher unterging. Trotz oder gerade wegen schwieriger Umstände zum Musizieren – der Jazz-Pianist konnte die Klaviertasten im Dunkeln kaum erspähen – brachte Allhoff den Abend in der Mozartstadt mit viel Charme jazzig zu Ende.

www.mozartstadt.de

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