Repräsentative Fotografien

7. September 2017 - 16:04 | Iacov Grinberg

Fotoarbeiten von Alexander Baron im Foyer des Jüdischen Kulturmuseums

Man fragt mich oft, welche ästhetischen Einstellungen unter den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde – Einwanderer aus der ehemaligen UdSSR – herrschen. Hierauf gibt es keine einfache Antwort. Das Schaffen einiger professioneller Maler, Graphiker oder Bildhauer, Mitglieder der Gemeinde, kann darüber wenig aussagen: Als Profis schaffen sie ihre Arbeiten nach dem Geschmack des kaufkräftigen Publikums. Die Arbeiten auf ihren Ausstellungen kommen durch einen Filter von Organisatoren, Kuratoren oder Galeristen, die die Geschmäcker des hiesigen Publikums kennen. Auch wenn es den einen oder anderen Künstler gibt, der ein neues Wort in der Kunst sagen möchte, hat sein Schaffen mit allgemein herrschender Ästhetik wenig gemein. Diese ist viel eher in Arbeiten von Amateurkünstlern sichtbar, in Werken, die für sich selbst, aus einem inneren Antrieb heraus, geschaffen wurden.

Eine solche Ausstellung kann man zur Zeit im Foyer des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben bewundern. Sie zeigt Fotografien von Alexander Baron. Er wurde in 1947 in Charkow geboren und übersiedelte 2002 nach Deutschland. Sein langes, anstrengendes berufliches Leben liegt schon altersbedingt hinter ihm, er widmet sich jetzt der Fotografie, seinem Hobby seit 1962.

Sein Schaffen ist natürlich viel größer als die 16 ausgestellten Fotoarbeiten (die Zahl ist durch die Ausmaße des Foyers begrenzt) vermuten lassen. Viele seiner guten Arbeiten (eine kann man derzeit in der Ausstellung »Erinnerungsraum: Garten ←→ Gan. Eine Intervention von Esther Glück« in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber anschauen) haben keinen Platz gefunden. Doch die Ausstellung ist repräsentativ, sowohl für ihn als auch für die Gemeinde. Sie zeigt technisch einwandfreie, normal scharfe Arbeiten: Blumen und Stillleben, eine harmonische oder gezielt disharmonische Zusammensetzung oder Gegeneinanderstellung verschiedener Gegenstände, ein interessantes Zusammenspiel von Farben. Wie bei vielen kleinen Ausstellungen gibt es auch hier besonders gelungene Werke – aus meiner Sicht das sehr poetische »Winter« und »Frische Zeitungen« (Foto).

Ich kann Ihnen empfehlen, diese kleine Ausstellung zu bewundern. Dies ist bis zum 17. September möglich. Der Eintritt ins Foyer ist frei.

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