Stärker in Debatten einmischen

4. Juli 2017 - 9:59 | Susanne Thoma

Der neue Integrationsbeirat der Stadt Augsburg steht. Nun sind die Gesichter, die hinter einem anonymen Bewerbungsverfahren verborgen waren, zu sehen.

Als Vertreterin des Augsburger Flüchtlingsrates durfte ich an der Bewertung der über 90 Bewerbungen für den neuen Beirat mitwirken. Es hat mich damals schon beeindruckt und in der konstituierenden Sitzung am 3. Juli 2017 wurde es noch deutlicher: Die Kompetenz und das Engagement bekommen hier eine Chance. Vier Jahre wird nun eine fast vollständig neue Gruppe, bestehend aus 30 Mitgliedern, den Stadtrat und die Verwaltung in Integrationsfragen beraten – und hoffentlich mehr auf Trab bringen, als der alte Beirat.

Neu ist zum Beispiel auch Maximilian Rothermel, der zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Der aus Kolumbien stammende Künstler und Moderator mit familiären Wurzel bei den indigenen Chiapas ist viersprachig aufgewachsen und begreift sich als Weltbürger. Malika Bashirova, die zweite Vorsitzende mit krigisischen Wurzeln, war Praktikantin im Büro für Migration, das sie als ihre »Familie« bezeichnet. Sie lebt seit drei Jahren in Augsburg, engagiert sich bei der Law Clinic und möchte durch die Beiratsarbeit »direkt politisch handeln«. Die aus Kroatien eingewanderte Marja Jehle, die an einer Berufsschule mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu tun hat, wurde die dritte Vorsitzende. Sie bringt den Schwerpunkt Bildung und Beruf mit.

Auch die weiteren Beiratsmitglieder haben einiges zu bieten: Da gibt es den selbständigen Überwachungsunternehmer, der auch als ehrenamtlicher Richter tätig ist, den Vorsitzenden der Deutsch-Bengalischen Gesellschaft, die Opernsängerin, die auch Kinderkonzerte organisiert, die Stadtteilmutter, die sich um Familien kümmert, den Mitarbeiter im Schulverwaltungsamt, der sich mit Projektmittel auskennt, den jungen Afghanen, der sich im Flüchtlingsrat engagiert, die Projektmitarbeiter von Tür an Tür, die Migrationsberaterin der Caritas, den Informatiker aus dem Asylkreis Ottostraße, den Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde im Bereich Berufsbildung und Arbeitsmarkt, die Vertreter der Alevitischen Gemeinde, die Vertreterin einer türkischen Jugendorganisation, den ehemaligen syrischen Flüchtling mit interkultureller Kompetenz, der bei den Wirtschaftsjunioren aktiv ist, den aus Kasachstan stammenden Unternehmer mit 150 Mitarbeiter*innen, der im Univiertel bei der CSU und in der Landsmannschaft dabei ist und viele andere hoch motivierte neue Kräfte.

Integrationsreferent Reiner Erben wünscht sich mehr Beteiligung des Beirates an politischen Abläufen und eine stärkere Einmischung in Debatten. Er will mit seinem Büro für Migration die Kommunikation mit allen Stellen unterstützen. Der scheidende Vorsitzende Tugay Cogal merkte an, dass sich zwar die Grenzen zwischen Zuwanderungs- und Aufnahmegesellschaft mittlerweile verwischen, dass aber noch viele Integrationsfragen zu lösen sind. In der Zusammensetzung des neuen Beirates sieht er Chancen und Herausforderungen. Man darf gespannt sein!

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