Verwerfungen in weiß-blau

aichacher kunstpreis 2017_keiyona constanze stumpf_torsion 2016_foto bettina kohlen
19. September 2017 - 10:26 | Bettina Kohlen

Die Bildhauerin Keiyona Constanze Stumpf wurde mit dem Aichacher Kunstpreis ausgezeichnet.

Zum 24. Mal haben die Stadt Aichach und die Sparkasse Aichach-Schrobenhausen ihren Kunstpreis verliehen. Hierfür können sich in Bayern geborene oder dort lebende KünstlerInnen bewerben. Diesmal haben es 46 Arbeiten in die engere Auswahl geschafft, die der Kunstverein Aichach im SanDepot präsentiert. Aus dieser Ausstellung wählt die Jury den jeweiligen Preisträger aus. Heuer ging der mit 2.500 Euro dotierte Kunstpreis an die 1982 in München geborene Keiyona Constanze Stumpf. Ausgezeichnet wurde die an der Akademie München ausgebildete Künstlerin für ihre 2016 entstandene Arbeit »torsion«, ein ausgesprochen reizvolles Ensemble aus 26 glasierten Porzellanobjekten.

An einer den Zugang zur Ausstellungshalle beinahe verstellenden weißen Wand sind weiß-blau glasierte Porzellanmedaillons arrangiert, die zunächst die Assoziation einer mit elegantem Geschirr gedeckten Tafel des Rokokos hervorrufen. Doch die zarten Objekte sind keineswegs nutzbare Teller, Platten und Schüsseln, sondern biomorphe nicht näher definierte Wesen – gefaltet, geformt, gebogen, gerissen und gewellt – die ihre ovale Grundform immer wieder überborden. All dies erfordert hohes handwerkliches Können, das die Künstlerin brillant einsetzt und materialgerechte Objekte schafft. Doch sie spielt mit unseren Sehgewohnheiten, mit bekannten Formen, dem vertrauten Blau-Weiß und konterkariert diese. Ungewöhnlich und sehenswert.

Zum Ende der Ausstellung am 22. Oktober um 17 Uhr wird noch ein Preis vergeben: der mit 300 Euro dotierte Publikumspreis. Bis dahin ist die Schau am Samstag und Sonntag sowie feiertags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Lange Museumsnacht am 14. Oktober: 20 bis 24 Uhr.

www.kunstverein-aichach.de

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