Viele neue Trends zum Anfassen

3. April 2017 - 0:16 | Iacov Grinberg

Die afa präsentiert sich auf dem Augsburger Messegelände.

Die Augsburger Frühjahrsausstellung (afa) hat zwei Gesichter: Einerseits nennt man sie Messe, das heißt, dass man dort etwas verkaufen und etwas kaufen können soll, andererseits ist sie eine Ausstellung, das heißt ein Platz, wo man verschiedene Objekte mit den Augen und auch anderen Sinnesorganen wahrnehmen kann. Die Organisatoren müssen sich um einen Spagat zwischen diesen zwei Polen bemühen.

Die allgemeine Situation spielt gegen die Organisatoren. Früher war auf einer Messe ein Verkauf von Massenwaren möglich und auch willkommen. Heute ist dies ins Internet emigriert: Man schaut die gewünschten Waren in einem Laden oder auf einer Ausstellung an und kauft sie danach billiger im Netz.. Für eine Messe bleiben nur Unikate und hochwertige Waren. Auf der diesjährigen afa gibt es eine breite Auswahl an solchen und wir können nur hoffen, dass es gelungen ist, diejenigen anzubieten, die gut nachgefragt werden.

Das zweite Gesicht, die Ausstellung, ist ebenfalls reich vertreten. Zum ersten Mal treffen die RENEXPO und afa zusammen, Handwerker zeigen ihre Kunst, „Piazza Italia“ präsentiert modischen Chic und kulinarische Leckereien, wie immer fasziniert die Gartenschau. Die ganz neue Heimtier-Messe veranschaulicht deutlich die Ambivalenz der afa: Hundebesitzer zeigen dort das Können ihrer vierbeinigen Familienmitglieder, die Katzenzüchter präsentieren ihre Katzen in verschiedenen exotischen Rassen und deren Nachwuchs, um ihn zu verkaufen. Meine Aufmerksamkeit haben aber drei andere Orte angelockt.

Erstens sind das die zahlreichen Plätze mit 3D-Brillen. Besonders interessant sind die Stände von LEW und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Bei der LEW gibt es vier Arbeitsplätze, beim Ministerium zwei mit Brillen der virtuellen Realität. Man kann dort selbst erleben, was diese neue Technologie anbietet. Wir alle haben darüber viel im Fernsehen gesehen und gehört, aber nur wenige haben das selbst probiert. Hier zeigen Ihnen die geduldigen Mitarbeiter alles, antworten auf alle Fragen und helfen uns, den ungeschickten Benutzern, beim ersten Ausprobieren. Wir haben die seltene Möglichkeit zu verstehen, wovon unsere Kinder und Enkelkinder begeistert sind und was vielleicht in einigen Jahren schon gewöhnliche Realität werden kann.

Der zweite ist ein Komplex der Stände „Smart Home“ mit neuen Technologien gegen Einbruch. Das Ausmaß dieses Problems ist gut bekannt, Einbrecher sind immer besser organisiert und technisch fortgeschritten. Etwas dagegen zu unternehmen ist teuer, aber notwendig. An diesen Ständen können Sie viel Information darüber bekommen, was um welchen Preis machbar ist. Hören Sie dabei auch auf die Fragen anderer Zuschauer, manchmal hilft es Ihnen zu verstehen, wie diese neue Technik funktioniert.

Der dritte Platz befindet sich beim Spielen. Sie können die Nintendo-Konsolen ruhig Ihren Kindern lassen, verpassen Sie nicht die Geräte, welche einfache physische Übungen spielerisch machen. Sehr oft sollen wir bestimmte Übungen mehrere Male wiederholen, was einfach langweilig ist. Die neuen Geräte helfen Ihnen, durch diese Übungen einige Figuren auf einem Bildschirm zu steuern, was die ganze Langweile sehr schnell abschafft. Für Senioren äußerst geeignet!

Ich weiß, dass meine Sichtweise begrenzt ist und habe keine Zweifel, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch viel Interessantes auf afa, dieser Mischung aus Verkaufsmesse und Ausstellung, für sich finden. Ein Besuch lohnt sich zweifelsohne.

www.afa-messe.de

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