Zauberei aus Sand

Foto: Holger von Neuhoff
16. März 2017 - 14:21 | Iacov Grinberg

Augsburg in Sand gemalt: Die Sandmalerei-Show im Parktheater.

Als Kind faszinierte mich immer, wenn ich in der Nähe einer schönen alten Kirche einige Schüler beobachtete, die diese Kirche in ihren Alben mit Bleistiften zeichneten. Aus einigen Strichen erschien dieses majestätische Gebäude aus der weißen Leere des Blattes. Es war schon mit einigen groben Umrissen der Wände und der Kuppel auf dem Blatt erkennbar, mit jedem Strich noch und noch deutlicher. Ich sah den Prozess der Schöpfung aus dem Nichts!

Dieser Prozess, wenn aus Nichts mit einigen Strichen erkennbare Gestalten entstehen, fasziniert viele. Nur unsere Verlegenheit erlaubt uns, Erwachsenen, nicht, einem Künstler beim Zeichnen oder Malen über seine Schulter zu schauen. Bei einer Sandmalerei-Show können wir uns nicht genieren. Diese Show zeigt uns, wie aus Sand auf einer leeren Platte gut erkennbare Darstellungen einiger uns bekannter Objekte und Personen entstehen. Noch mehr: Im Unterschied zu den Spuren von Bleistift auf Papier oder Farbe aus Leinwand verschwinden die Strichen aus Sand schnell oder lassen sich leicht verändern. Vor unseren Augen verwandelt sich, wie in kindischer Einbildung, ein Stock in eine Rose oder ein Hocker in ein Auto. Es entfaltet sich wirkliche Zauberei!

Über das Internet habe ich viele kleine Ausschnitte verschiedener Sandmalerei-Shows gesehen. Das aber kann man nicht mit der Bewunderung einer Live-Show in einem Saal vergleichen. Es geht nicht um Ausmaße, es geht um die Reaktion des Saals, um eine ganz spezifische Atmosphäre, wenn viele gleichzeitig von der Show fasziniert sind. Ich habe das im Parktheater im Kurhaus Göggingen erlebt und kann es Ihnen empfehlen, eine solche Show in einem großen Saal zusammen mit anderen Zuschauern zu erleben. Im Parktheater ist es am 2. April, 21. Mai und hoffentlich auch noch in der nächsten Saison möglich. Zweifelsohne lohnt es sich.

www.parktheater.de

Weitere Positionen

23. November 2017 - 7:15 | Martin Schmidt

Neu im Plattenregal: Mufuti Four – »Exit strategy«. Das CD-Release-Konzert steigt am 30. November im abraxas-Theater.

22. November 2017 - 21:39 | Iacov Grinberg

Jede Galerie hat ihre Spezialisierung, die von ihren Galeristen oder ihren Kuratoren bestimmt ist: Sie bestimmen, was ausgestellt wird, was ihren Vorstellungen und Ansichten entspricht.

raumansicht_softarchitecture_stefanalber_michelesponghero_finstral.jpg
22. November 2017 - 8:54 | Bettina Kohlen

Zeitgenössische Kunst in einem Gewerbegebiet? Wie das geht, zeigt die Südtiroler Fensterbaufirma Finstral, die in ihrem neuen Studio in Friedberg Raum für neue Kunst geschaffen hat.

21. November 2017 - 20:30 | Janina Kölbl

Neu im Plattenregal: Harrycane Orchestra – »Phosphorus«

21. November 2017 - 16:13 | Bettina Kohlen

Was läuft in der Ecke Galerie? Günther Baumann und Ulo Florack haben die ersten Monate als Galeristen hinter sich.

16. November 2017 - 6:55 | Gino Chiellino

Für seine Kolumne »Deutsch richtig und gut« hat Gino Chiellino Begriffe gesucht, die er paarweise umschreibt, um zu zeigen, wie er sie anders versteht als seine Gesprächspartner. Teil 17: Glück oder Vorhaben.

15. November 2017 - 13:50 | Gast

Der Literaturpreis Schwaben wurde in diesem Jahr zum 13. Mal verliehen. Ein Beitrag von Michael Friedrichs

14. November 2017 - 14:21 | Renate Baumiller-Guggenberger

Premiere des Familienstücks »Momo« nach dem Roman von Michael Ende im martini-Park

13. November 2017 - 13:08 | Julian Stech

Am Samstag fand im Apollo Tabledance-Club die Premiere der neuesten Inszenierung von Bluespots Productions statt. »Leck mich Faust« heißt das Stück, das Goethes Werk ins Hier und Jetzt dramatisch erotisiert.

13. November 2017 - 12:45 | Janina Kölbl

Dot, wohl besser bekannt als Basti von Blindspot oder Yawl und seines Zeichens Roy-Preisträger 2015, brachte im Oktober sein drittes Soloalbum »Beat Issues« beim Berliner Label Anette Records heraus.