Der Pressezeichner Emil Stumpp: Pazifist und Chronist seiner Zeit

Der Pressezeichner Emil Stumpp: Pazifist und Chronist seiner Zeit

15. November 2017 - 10:00

Grafisches Kabinett

Im April 1933 wurde der linksliberale Dortmunder Generalanzeiger, die auflagenstärkste deutsche Zeitung außerhalb Berlins, im Handstreich enteignet und in NSDAP-Besitz überführt. Eine wenig schmeichelhafte Porträtlithographie Hitlers bot den gesuchten Anlass, das für die Demokratie streitende Blatt zum Schweigen zu bringen. Urheber war der Pressezeichner Emil Stumpp, der zu dieser Zeit als Porträtgrafiker auf dem Höhepunkt seines Schaffens stand und als Künstler weithin hohes Ansehen genoss. Für den Pazifisten Stumpp verstieß es gegen die künstlerische Ehre, den Porträtierten zu schmeicheln: Seine Bildnisse sind durch und durch ehrlich. Nach einem Berufsverbot versuchte Stumpp, Vater von fünf Kindern, den Lebensunterhalt durch Arbeiten im Ausland zu sichern. Als er 1940 zur Beerdigung einer Tochter zurückkehrte, wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Einige Monate später starb er in der Haft. Die Ausstellung »Der Pressezeichner Emil Stumpp – Pazifist – Antifaschist – Chronist seiner Zeit« im Grafischen Kabinett gibt noch bis zum 12. November einen Einblick in sein Schaffen.

Themen: Ausstellung