Hank Schmidt in der Beek: Die Brennenden Giraffen

Hank Schmidt in der Beek: Die Brennenden Giraffen

21. März 2017 - 11:00

Holbeinhaus

»Die Brennenden Giraffen« eröffnen das Ausstellungsjahr 2017 des Kunstvereins Augsburg. Seit rund acht Jahren seziert Hank Schmidt in der Beek (*1978) den Bestand seiner eigenen Bibliothek, um die Welt der Peanuts, der Panzerknacker und der Schlümpfe in chirurgischer Präzision in die Geschichte der modernen Kunst zu implantieren. Dennoch geht er mit seinem Rohmaterial dabei nicht gerade sorgsam um. Er trennt es auseinander, durchmischt es, kombiniert es neu, vertauscht und verdreht es, um es dann wieder zusammenzusetzen. Am Ende passt doch wieder alles und erscheint im gewandelten Kontext schlüssig. Dann erklären sich die alten Bildmotive und Szenen logisch aus der neuen Komposition. Dick und Doof verstärken und entlarven humorvoll Haltungen und Gesten in Klassikern von Munch bis Man Ray. Und man glaubt, dank Charlie Brown und Snoopy – losgelöst von jeder kunsthistorischen Interpretation und Bedeutungslast – endlich die wahre Brisanz in Salvador Dalís Darstellung der brennenden Giraffe zu erkennen. Nicht selten eröffnen auch kongeniale Texte, die Schmidt in der Beek seinen Collagen an die Seite stellt, einen völlig neuen Blickwinkel auf die Ikonen der modernen Kunstgeschichte – einmal als vermeintlich notwendiger Ersatz für den fehlenden Werktitel, ein anderes Mal als ‚Hintergrundinformation’ in Gedichtform, wie etwa im Zyklus »Max und Moritz«, einem Kernstück der Ausstellung.

Neben dem umfassenden Einblick in das aktuelle Collagenwerk des Künstlers zeigt die Augsburger Schau eine nicht minder reizvolle Auswahl absurder Plein-Air-Bilder. Für sie bereiste der Künstler über Jahre hinweg gemeinsam mit dem Fotografen Fabian Schubert historische Wirkstätten der Freilichtmalerei. Die Arbeit mündete in einen druckfrischen Bildband.