Daniel Biskup: Russland. Perestroika bis Putin

Daniel Biskup: Russland. Perestroika bis Putin

21. März 2017 - 10:00

Schaezlerpalais

Ende der 1980er gärte es in der Sowjetunion. Auf der Straße, am Arbeitsplatz und zu Hause streitet man über Politik, ganz offen und ohne Angst vor Verfolgung. Das ist neu in der Sowjetgeschichte. Erst Michail Gorbatschow hat dies nach seinem Machtantritt möglich gemacht. Er hat die Meinungsfreiheit unter dem Namen Glasnost legitimiert. Diese Freiheit hat schließlich das kommunistische Regime ins Wanken gebracht.

Der verzweifelte Versuch im August 1991, die Macht der KPdSU zu retten, hat die Auflösung der Sowjetunion nur noch beschleunigt. Zu dieser Zeit waren allerdings auch die Geschäfte leer. Viele Menschen glaubten jedoch, dass sich das Leben nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schnell verbessern würde.

Über elf Jahre hat der Fotograf Daniel Biskup die russische Gesellschaft in Zeiten des Wandels und der radikalen Umbrüche dokumentiert. Bereits 1988 erkannte der damals 25-jährige Politik- und Geschichtsstudent, dass diese historisch einmalige Phase in Bildern festgehalten werden sollte. Er begleitete Menschen bei mehr oder minder alltäglichen Begebenheiten auf der Straße, in Wohnungen oder bei der Arbeit. Herausgekommen ist ein beeindruckendes Kaleidoskop der gesellschaftlichen Unsicherheiten und Veränderungen, die sich in Blicken und Gesten, in absurden, erschreckenden und anrührenden Situationen manifestieren. Nicht umsonst gilt Daniel Biskup als das Auge der Revolution in Ost-Europa (Der Spiegel), denn neben der Umbruchphase in der Sowjetunion hat er auch wie kein zweiter Fotograf den Prozess der Wiedervereinigung in Deutschland dokumentiert.

Themen: Ausstellung