Theater & Bühne

Aufbruch

Anna Hahn
11. Mai 2022

Das Staatstheater Augsburg stellte sein Programm für die Spielzeit 2022/23 vor, das unter dem Motto »Aufbruch« stehen wird.

Eröffnet wird die neue Spielzeit am Samstag, den 10. September mit dem Stück »Jerusalem«, das derzeit mit seiner Wiederaufnahme im Londoner Westend für Aufsehen sorgt. Das Stück wird in Augsburg in der Regie von André Bücker zur deutschsprachigen Erstaufführung gebracht.

Weitere Erst- und Uraufführungen sowie Klassiker prägen das Programm in den vier Sparten Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzert. Die neu gegründete fünfte Sparte für Digitaltheater baut ihr Repertoire weiter aus. Das Spielzeitmotto »Aufbruch« stehe für einen hoffnungsvollen und dynamischen Start in eine neue Spielzeit. Dabei werde ebenfalls das Aufbrechen von vermeintlichen Gewissheiten und alten Mustern in diesen bewegten Zeiten thematisiert, so Bücker.

Große Opern im (kleinen) Martini-Park

Im Musiktheater können sich Opernfans mal wieder über echte Klassiker freuen. Verdis »La Traviata« (Premiere 2.10.22) wird die neue Opernsaison einläuten. Theaterfans werden sich noch an die letzte Inszenierung erinnern, damals im Großen Haus am Kennedyplatz, mit der umwerfenden Sophia Brommer als Violetta. Auch Bücker scheint das Heimweh zu packen, wobei er und sein Team ja noch nie am Kennedyplatz spielen durften. Zu Beginn betonte Bücker, dass das Theaterteam bereits seit 2016 in Interimsspielorten arbeiten muss und sich offenbar langsam fragt, wann sie denn endlich wieder zurück in die alte Heimat ziehen könnten. Eine baldige Rückkehr sei das oberste Ziel seines Teams. Vielleicht ist auch hier das Motto der Spielzeit zu finden.

Sally du Randt stand im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleg:innen schon einige Male in tollen Rollen im Großen Haus auf der Bühne, im „kleinen Rahmen“ im Martini-Park wird sie ihren verdienten großen Auftritt in Beethovens »Fidelio« (Premiere 21.5.23) bekommen. Darauf können wir uns alle freuen.  

Im Musiktheater wird es auch europäische Erstaufführungen geben: Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Oper »Angel’s Bone« (Premiere 4.2.23) und die Monooper »Das Tagebuch der Anne Frank« (Premiere 3.2.23) von Grigori Frid. Auf der Freilichtbühne zeigt das Staatstheater vor historischer Kulisse diesmal das Musical »3 Musketiere« (Premiere 17.6.23).

Zahlreiche Uraufführungen im Schauspiel

In der Sparte Schauspiel wird die Uraufführung im Rahmen des diesjährigen Kleist-Förderpreises (Premiere 24.6.23), einem der renommiertesten Preise für Junge Dramatik in Deutschland, den das Staatstheater Augsburg erstmals ausrichtet, gezeigt. Eine weitere Uraufführung ist »Unruhe um einen Friedfertigen« (Premiere 4.3.23) nach dem bekannten Roman von Oskar Maria Graf. Regisseur Andreas Merz Raykov kehrt mit »Drei Schwestern in Moskau« (Premiere 29.4.23) nach Augsburg zurück. Klassiker wie das Familienstück »Alice im Wunderland« (Premiere 11.11.22) oder Ibsens »Ein Volksfeind« (Premiere 12.11.22) runden das Programm der Schauspielsparte ab.

Die Begegnungsplattform Plan A ruft dazu auf, »1000 Pläne für Augsburg« einzureichen und bietet darüber hinaus ein Programm an Beteiligungsformaten und Vernetzungsprojekten.

Das Ballett zeigt als erste Premiere Choreografien von Jacopo Godani und Marco Goecke (Premiere 22.10.22). Beim Kammertanzabend »Kontraste« (Premiere 22.12.22) werden Uraufführungen von Michael Ostenrath und Didy Veldman zu sehen sein. Mit der spartenübergreifenden Ballettoper »The Fairy Queen« (Premiere 2.4.23) steht aber auch ein großes, klassisches Ballett auf dem Programm. Nach zwei Jahren Pause soll im April wieder die Internationale Ballett- und Tanzgala (9. & 10.4.23) stattfinden.

Die Konzertsaison bereichert die junge, bereits mit bedeutenden Preisen ausgezeichnete Cellistin Raphaela Gromes als Artist in Residence. Neben einem sinfonischen Programm bietet die Konzertsparte außerdem Sonderkonzerte – wenn etwa die Augsburger Philharmoniker den legendären Stummfilm »Metropolis« (22.10.22) live begleiten oder in der Reihe »Zukunft(s)musik« ukrainische Komponistinnen zu Gehör gebracht werden (13.11.22). Viele Konzerte, die vor allem in den letzten Monaten ausfallen mussten, stehen in der kommenden Saison zudem wieder auf dem Programm.

Die Digitalsparte bietet mit »Unser Leben in den Wäldern« (Premiere Winter 22/23) eine neue, klassische Virtual Reality-Theatererfahrung und entwickelt seine digitale Bühne »Elektrotheater« weiter. Ein Höhepunkt ist die Monooper »Erwartung« von Arnold Schönberg als Single Player VR-Game in einer Inszenierung von André Bücker. Daneben stehen zahlreiche Kooperationen und Projekte auf dem Programm der innovativen Sparte.

Das Spielzeitblatt mit allen Premierenterminen und Informationen zur Saison 2022/23 ist online unter www.staatstheater-augsburg.de/aufbruch verfügbar und liegt an allen Spielstätten des Staatstheater Augsburg aus. 

Bereits am Sonntag, den 3. Juli ist das Publikum eingeladen, sich beim Theaterfest im Martini-Park auf die kommende Saison einzustimmen, in die es auch bei der traditionellen Spielzeit-Show Einblicke geben wird.

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