Echo Klassik für Sebastian Knauer

03.09.2017 - 08:21 | Jürgen Kannler

»ÜberBach« wird in der Kategorie »Klassik ohne Grenzen« geehrt

Sebastian Knauers Diskografie weist seit seinem Debüt 1998 ein gutes Dutzend Veröffentlichungen auf. Vor einem Jahr legte der Pianist und mozart@augsburg-Festivalleiter nun die Einspielung »ÜberBach« des jungen Komponisten Arash Safaian vor. Diese bemerkenswerte Produktion wird Ende Oktober in Knauers Heimatstadt Hamburg mit einem Echo in der Kategorie »Klassik ohne Grenzen« geehrt. Chapeau, Herr Knauer.

Unterstützung erfuhren Solist und Komponist bei dieser Einspielung durch den Vibrafonisten Pascal Schumacher und das Zürcher Kammerorchester, geleitet von Willi Zimmermann. Auch für einen Künstler wie Knauer, den eine große Offenheit im Spektrum seines Schaffens auszeichnet, sind Ausrichtung und Besetzung dieses Projekts absolutes Neuland, und nicht nur Puristen mag bei der Reihung der Begriffe Bach, Neuinterpretation und digitales Instrumentarium ein Anflug von Argwohn überkommen. Wer sich jedoch auf die knapp einstündige CD einlässt, kann feststellen, dass »ÜberBach« sehr viel Hörenswertes zu bieten hat. Basis für die Arbeit von Safaian war eine fein ausbalancierte Auswahl von Kompositionen aus dem Bach-Werkeverzeichnis, die er mit großem Selbstverständnis zu bearbeiten und neu zu interpretieren wusste. Dabei erlag der im Iran geborene Musiker nicht der Versuchung, sich an den populären Stücken des barocken Meisters abzuarbeiten. Seine Inspirationsquellen fand er nicht nur in Bachs Musik, sondern auch in wissenschaft­lichen und philosophischen Werken des 18. Jahrhunderts. Diese unvoreingenommene Herangehensweise prägt die Stimmung dieses außergewöhnlichen Projekts. Da verschmelzen schon einmal Vibrafon und Piano. Feine Ziselierungen verlieren sich in Loops, denen der Komponist die Dauer eines guten Popsongs einräumt. Da preschen bei optimaler Lautstärke expressionistische Klavierakkorde durch die von den Streichern gebildete Gasse. Und immer ist es auch Bach.

Man darf gespannt sein, wie Knauer und Kollegen »ÜberBach« live darbieten werden. Gelegenheit dazu gibt es am 9. September im Rahmen von mozart@augsburg in St. Ulrich.

www.sebastianknauer.de
www.mozartaugsburg.com

Themen:

Weitere Nachrichten

26.10.2020 - 11:29 | Martin Schmidt

In der Reihe »Kulturregion trotz Corona« präsentiert a3kultur die Podcast-Staffel »Musik im Blut!?« des Jungen Theaters Augsburg. Teil 2 untersucht, inwiefern die Familie und das familiäre Umfeld den Weg zum eigenen Musikmachen beeinflussen.

26.10.2020 - 10:04 | a3redaktion

Die Kulturlandschaft unserer Region trauert um eine große Schauspielerin, Sängerin und Rezitatorin.

26.10.2020 - 09:34 | a3redaktion

Die Stadtbücherei Augsburg informiert regelmäßig über ihre digitalen Angebote. Nächster Termin: Samstag, 31. Oktober, 11 bis 12 Uhr.

22.10.2020 - 09:38 | a3redaktion

Brisante Kafka-Vertonung am Staatstheater Augsburg: Premiere der Oper »In der Strafkolonie« von Philip Glass am Samstag, 24. Oktober, auf der brechtbühne im Gaswerk.

21.10.2020 - 09:22 | a3redaktion

Die Ringvorlesung »Große Werke der Literatur« der Universität Augsburg startet wegen der anhaltenden Corona-Krise am Mittwoch, 21. Oktober, um 18:30 Uhr in digitaler Form.

20.10.2020 - 16:14 | a3redaktion

»Wunderbare Darstellerin mit facettenreichem Talent« – Der Bayerische Kunstförderpreis geht an das Ensemblemitglied des Staatstheaters Augsburg Jihyun Cecilia Lee.

19.10.2020 - 13:43 | a3redaktion

Die Themen Rituale, Wasser und Reinigung greift am Mittwoch, 21. Oktober, die Installation »abwaschbar« auf. Die Projektion ist zwischen 20 und 22 Uhr an der Fassade der Moritzkirche zu sehen.

19.10.2020 - 07:03 | Martin Schmidt

In der Reihe »Kulturregion trotz Corona« präsentiert a3kultur die Podcast-Staffel »Musik im Blut!?« des Jungen Theaters Augsburg. Hörgeschichten mit 21 Bürger*innen quer durch die Stadtgesellschaft, die in ihrer Freizeit gerne Musik machen. Das ursprüngliche Theaterprojekt 2020 der Bürgerbühne wurde durch Corona zur Audiobühne.

18.10.2020 - 08:01 | a3redaktion

Die interkulturelle Reihe präsentiert sich 2020 in einer Sonderedition.

18.10.2020 - 06:54 | Martin Schmidt

Im Bukowina-Institut erinnert die Ausstellung »ORDER 7161« an eine fast vergessene Periode europäischer Nachkriegsgeschichte: der Deportation von 70.000 Rumäniendeutschen durch Stalin vor 75 Jahren. Vernissage ist am 22. Oktober.