Gerettetes Wort, befragter Raum

02.02.2019 - 08:45 | Martin Schmidt

Jüdisches Museum und Uni Augsburg kooperieren bei »Bibliothek der verbrannten Bücher« und installativer (Geschichts-)Raumerkundung

Im Begleitprogramm zur Kunstinstallation »1933« von Ramesch Daha präsentiert das Jüdische Museum Augsburg Schwaben zusammen mit der Universitätsbibliothek am Mittwoch, 6. Februar, die Buchvorstellung »Die Bibliothek der verbrannten Bücher« (Veranstaltungsort: Unibibliothek). Am selben Tag laden Studierende des Lehrstuhls für Kunstpädagogik zur Vernissage des Installationsarrangements »Das Fremde ist nur in der Fremde fremd« (ehemalige Synagoge Kriegshaber, Foto).

Verbannt und verbrannt

Seit Juli 2009 ist die sogenannte Sammlung Salzmann, die von Georg P. Salzmann (1929–2013) zusammengetragene »Bibliothek der verbrannten Bücher« im Besitz der Universitätsbibliothek Augsburg. Das einzigartige Konvolut präsentiert die ganze Fülle jener Literatur, die ab 1933 in Deutschland ins Visier der Nazis geriet, Salzmann sammelte Tausende Erstausgaben verfemter Autor*innen. Den Grundstock bilden die Schriften, die 1933 öffentlich verbrannt wurden. Der am 25. Februar erscheinende Band »Die Bibliothek der verbrannten Bücher« (Allitera Verlag) befasst sich mit dem materiellen und ideellen Gehalt sowie der Geschichte der Sammlung. In kurzen, reich bebilderten Aufsätzen beleuchten Augsburger Wissenschaftler*innen Persönlichkeiten und Sammlungsteile und spiegeln dabei Zugänge, Potenzial für Lehre und Bildungsarbeit und Forschungsperspektiven. Unter dem Titel »Gesammelt gegen das Vergessen« findet am Mittwoch, 6. Februar, von 12 bis 13:30 Uhr in der Universitätsbibliothek (Zentralbibliothek, 1. OG) die Buchpräsentation statt, begleitet von Vorträgen von Prof. Dr. Stephanie Waldow und Sophia Dafinger. Waldow wird ausgehend von Marta Minujíns »Parthenon der Bücher« (2017) diskutieren, wie man heute erinnern und verbotene Literatur wieder zirkulieren lassen kann. Dafinger skizziert Hintergründe, Akteure und Ereignisse der studentischen Vernichtungsaktion »Wider den undeutschen Geist« im Mai 1933. Eintritt frei.

Raum und Geschichte, Installation und Interaktion

Am Abend des selben Tages, 6. Februar, 18 Uhr, laden Studierende der Kunstpädagogik der Uni Augsburg in die ehemalige Synagoge Kriegshaber zur Vernissage »Das Fremde ist nur in der Fremde fremd«. Im Rahmen eines Seminars zu installativem Gestalten haben sich Studierende unter der Leitung von Markus Schlee mit der ehemaligen Synagoge und deren Geschichte beschäftigt. Es entstanden Arbeiten, die vor Ort in enge Wechselbeziehung mit dem Raum eintreten und an aktuelle Fragen nach Heimat, Flucht und Identität anknüpfen wollen. Einige Installationen laden zur Interaktion ein und fordern dazu heraus, Stellung zu beziehen. Die Ausstellung (Eintritt 6 bzw. 3 Euro) in der Ulmer Straße 228 ist bis 17. Februar zu sehen, der Eintritt zur Vernissage ist frei. Die Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14 bis 18 Uhr. Letzter Ausstellungstag ist Sonntag, 17. Februar, 13 bis 17 Uhr; um 15 Uhr findet dann eine öffentliche Führung statt.

Die Referenzausstellung »1933« von Ramesch Daha im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben (Innenstadt) ist bis Sonntag, 24. Februar, zu sehen. Am letzten Tag findet dort um 15 Uhr eine Finissage mit öffentlicher Führung statt.

www.jkmas.de

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