Gold und Silber

03.08.2020 - 07:37 | Bettina Kohlen

Die Sonderausstellung »Glanzvolles Andenken« im Maximiliansmuseum zeigt Augsburger Silber aus dem Vermächtnis von Kurt F. Viermetz.

Das vor 160 Jahren begründete Maximilianmuseum, ältestes der Augsburger Häuser, stünde ohne die Unterstützung verschiedener Einrichtungen bei Weitem nicht so gut da – die wichtigsten Förderer sind jedoch fraglos der Bankier Kurt Viermetz und seine früh verstorbene Frau Felicitas, die zum Beispiel die gläserne Überdachung des Innenhof ermöglicht haben.Als Viermetz 2016 starb, vermachte er dem Maximilianmuseum seine umfangreiche Sammlung von Gold- und Silberarbeiten, darunter zahlreiche Stücke aus Augsburger Produktion.

 

Viermetz hatte diese Stücke mit großer Freude und Kenntnis zusammengetragen und auch bereits zu Lebzeiten immer wieder einzelne Objekte in die Obhut des Maximilianmuseums gegeben. Diese Sammlung, der bedeutendste Zugang an Goldschmiedearbeiten in der Geschichte des Hauses, wird nun in einer Sonderausstellung präsentiert. Viermetz richtete seinen Fokus auf Objekte, die bei Tisch zum Einsatz kamen, besonders interessierten ihn Trinkgefäße. Die in der Ausstellung versammelten kostbaren Schalen, Humpen, Becher und Pokale des Barock und Rokoko zeigen eindrucksvoll, wie außerordentlich kunstfertig und fantasievoll die Goldschmiede ihr Handwerk ausübten: Bei einem Paar barocker Salièren zum Beispiel trägt Neptun eine vergoldete Muschelschale über dem Kopf, auf der ein geflügelter Putto steht und seinen Dreizack in die Schale stößt. Herausragend auch ein um 1700 entstandener Deckelhumpen, der auf seinem umfassenden Elfenbeinmantel ein (aus heutiger Sicht durch-aus irritierendes) Kinderbacchanal zeigt, eine meisterhafte Schnitz-arbeit von bestechender Räumlichkeit und Körperlichkeit.Mit dieser Schau erweisen die Kunstsammlungen und Museen Augsburg dem Mäzen Viermetz ihre Reverenz, präsentieren herausragende kunst- und stadthistorisch bedeutende Goldschmiedekunst und bieten nicht zuletzt den Besucher*innen famoses Augenfutter …

Zu sehen bis 27. September im Maximiliansmuseum. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

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