Herzlichen Glückwunsch!

06.09.2020 - 06:48 | Renate Baumiller-Guggenberger

Die »bayerische kammerphilharmonie« feiert ihr 30-jähriges Bestehen und wartet mit spannungsreichen Konzertabenden auf.

Pandemie und Feste bzw. Jubiläen feiern – bekanntermaßen eher ein Ding der Unmöglichkeit bzw. enormer und unbequemer Sonderauflagen. Wie gut, dass der immense (ideelle) Zuhörer- und Freundeskreis-Zuspruch sowie die (finanziell hilfreichen) Solidaritäts-Aktionen die Geschäftsführung der »bk« so sehr motivierten, dass jetzt doch ein überzeugendes, in Gänze anspruchsvolles Jubiläumsprogramm ediert und im Rahmen einer »intimen« Pressekonferenz im Juli erstmals kommuniziert wurde.

Den Highlight-Auftakt am 27. September macht  die Sopranistin Simone Kermes (siehe Titelseite der a3kultur-September-Ausgabe) mit Arien von Vivaldi, Caldara, Bach u.a. sowie Songs von Lady Gaga, Led Zeppelin, Sting und Udo Jürgens in Ev. Heilig Kreuz. Neben diesem Höhepunkt zum Start präsentiert das Kammerorchester zum Jubeljahr ein Sonderkonzert im Parktheater sowie sechs Konzerte der »un-er-hört«-Reihe, ergänzt durch Familienprogramme, das eine »Kiste voller Klänge« öffnet und einmal mehr Beethoven in einem Schülerkonzert gedenkt.

Die Jubiläumstournee führt das Ensemble bereits im Januar auf die Kanaren, in Frühjahr gastiert es mit Pianist Alexander Schimpf in Flensburg und Kassel. Zu einem »Gipfeltreffen« erneut pianistischer Konvenienz kommt es bereits im Rahmen des in den Herbst verlegten Deutschen Mozartfests Augsburg am 17. Oktober in Ev. St. Ulrich. Die Beethoven-Botschafterin des BR, die Deutsch-Italienerin Sophie Pacini, wurde gewonnen, um Beethovens 2. Klavierkonzert zu interpretieren. Weitere Jubilare lässt man im Sonderkonzert hochleben, das am 22. November Carl Orff und Paul Hindemith vereint, die beide in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag feiern; als veritables Geschenk steuerte der Augsburger Komponist und Kunstpreisträger Patrick T. Schäfer mit »Arsen« ein Auftragswerk zum Jubelabend bei, dem die in Augsburg am LMZ lehrende Pianistin Evgenia Rubinova als Solistin pianistischen Glanz verleiht.

Ein vertrautes »Traum-Team« gastiert mit Sarah Christian und Maximilian Hornung am 30. Januar 2021 mit Werken von Mozart, Haydn und mit dem Doppelkonzert des georgischen Komponisten Sulkhan Nasidze im Kleinen Goldenen Saal. Ebenfalls im Zeichen des Mozartfests 2021 fokussieren sich die bayerischen Kammerphilharmoniker unter Leitung von Gabriel Adorján auf die kulturelle Strahlkraft Italiens. Die Sopranistin Roberta Mameli singt Bravourarien Mozarts, die sie Arien von J. Martin Kraus gegenüberstellt und zum Finale appelliert die legendäre »Es-Dur Sinfonie« KV 543 an die Ewigkeit. Ein großes Publikum verdienen auch die Werke, in denen Komponisten der 1920er-Jahre »The Golden Violin« ins Spiel brachten. Am 11. Juli widmet sich Daniel Röhm als renommierter Violinist der faszinierenden Epoche und interpretiert u.a. Kreisler, Weill, Gershwin und Chaplin, während Josef Suks Streicherserenade den böhmisch geprägten Anstrich eines Dvorak weiterträgt und das klanglich herausragende Profil des Ensembles betonen dürfte, dessen Markenzeichen die intensive künstlerische Identifikation und hohe Qualifikation jedes Mitglieds ist, gepaart mit der Offenheit gegenüber zeitgenössischer Musik, die die souveräne Pflege des barocken Repertoires in eine hoffentlich entspannte Zukunft hinein verlängert.

Alle Details und Termine unter:
www.kammerphilharmonie.de

Abbildung: Die »bayerische kammerphilharmonie« wurde 1990 in Augsburg gegründet. Markenzeichen des Orchesters sind unter anderem die starke Einbindung und künstlerische Energie jedes einzelnen Mitglieds. (Foto: Christina Bleier)

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