Von Japan an den Lech

26.10.2018 - 08:27 | a3redaktion

Medien – Kunst – Experimente: So lautet der Dreiklang, mit dem sich das lab30-Festival vom 25. bis 28. Oktober im Kulturhaus abraxas präsentiert.

Über 30 internationale Künstler*innen aus allen Bereichen der Medienkunst stellen an vier Tagen aktuelle Arbeiten vor, rund 15 Konzerte und Performances bilden das diesjährige Liveprogramm. Erstmals werden das S-Planetarium und die Moritzkirche als Festivalaußenstellen zur Plattform für Konzerte und eine künstlerische Intervention.

Tadashi Yonago eröffnet das lab30 am 25. Oktober im abraxas-Theater. Der japanische Künstler improvisiert mit selbst gebauten Instrumenten, mit Lichtern und Klangkörpern. Initiiert wurde das Gastspiel im Rahmen eines städtepartnerschaftlichen Austauschs mit Amagasaki. Das zweite Highlight des Eröffnungsabends ist der Auftritt von Akiko Nakayama. Die japanische Künstlerin arbeitet mit unterschiedlichen Flüssigkeiten und Texturen und lässt live auf der Leinwand farbenfrohe, verblüffende Bilder und Klänge entstehen.

Mehr internationale Gäste erwarten das Publikum im weiteren Festivalprogramm: Mit Aufnahmen, die sie auf der Insel Rügen gemacht hat, arbeitet die Kanadierin Nelly-Eve Rajotte. In ihrem Konzert »Rückenfigur« schlägt sie eine Brücke von der Romantik ins 21. Jahrhundert. Ihre Kollegin Anne-F. Jacques, ebenfalls aus Québec, konzentriert sich wiederum mit einem experimentellen Konzertaufbau auf die Erzeugung kleiner und großer Klänge auf der abraxas-Studiobühne. Weitere Höhepunkte sind der Auftritt der Post-Industrial-Legende Rapoon und das Album-Release des Augsburgers Markus Mehr (siehe Infokasten).

Eine audiovisuelle Sinfonie für die »Wasserstadt Augsburg« haben Studierende der Hochschule Augsburg und der Universität der Künste Berlin eigens für das Festival geschaffen. Ausgangspunkt für »Waterdome« ist der Lech: Wie gestaltet der Fluss die Landschaft und die Stadt? Welche Bedeutung hat Wasser in unserem Alltag und für unsere Welt? Mit Mikrofonen und Kameras gingen die Studierenden diesen Fragen nach. »Waterdome« verknüpft experimentelle Zugangsweisen mit klassischer Bild- und Musiksprache. Das Projekt ist ein Auftragswerk des lab30-Festivals in Zusammenarbeit mit Mehr Musik! unter der künstlerischen Leitung von lab binaer, Robert Rose (HS Augsburg) und Hannes Hoelzl (UdK Berlin). Das Ergebnis ist im S-Planetarium zu sehen.

Pendel, Projektionen und persönliche Daten

Auch die lab30-Ausstellung wird durch einen Beitrag aus Amagasaki bereichert: Tadashi Yonagos Installation »Motions« wird auf dem abraxas-Dachboden als Zusammenspiel von Objekten zu sehen sein, die durch Pendel, Lichter, Wasser u.a. gesteuert und beeinflusst werden. Viele der während des Festivals ausgestellten Arbeiten sind interaktiv und laden zum Hinterfragen ein. So setzen sich die Magdeburger Felix Müller und Rick Schelbach mit ihrem Projekt »Cloudburst« mit der unkritischen Weitergabe von Daten auseinander, während »Aether« von Plexnoir dem Publikum mit einer interaktiven Wandprojektion spielerisch aufzeigt, dass wir ständig von Funkwellen umgeben sind. Für Kinder gibt es einen Parcours mit einem Quiz zu ausgewählten Kunstwerken. Am Wochenende können Familien in zwei Workshops eigene Roboter bauen oder Klänge komponieren.

Wer sich bereits vorab auf das Festival einstimmen möchte, kann die seit dem 21. September in der Moritzkirche zu sehende Kunstinstallation »Wandeln« von Karen Irmer erleben. Während des lab30 wird Jorn Ebner die Raumkomposition um eine klangliche Komponente erweitern: Am 28. Oktober präsentiert der Künstler dort ein »Sound_Scape« mit Klängen aus dem Augsburger Stadt- und Sakralraum. Anschließend erörtert Karen Irmer ihre Arbeit im Gespräch mit Benita Meißner.

Den gesamten Ablauf mit allen Uhrzeiten entnehmen Sie dem ausliegenden Programmheft oder der Festivalhomepage

www.lab30.de

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