Literatur

Jean Paul Marats, Peter Weiss und Bertolt Brecht

brechthaus
a3kultur-Redaktion

Peter Weiss hat das Drama in zwei Akten geschrieben. Sein vollständiger Titel lautet: »Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade«. 1964 ist es erstmals bei Suhrkamp erschienen. Der Mittelpunkt des Stückes handelt von der Französischen Revolution und von zwei zentralen Charakteren, die sich gegenüber stehen: Jean Paul Marat ist unerbittlicher Kämpfer für absolute Gleichheit unter den Menschen. Marquis de Sade ist Zyniker, der die menschliche Natur von Grund auf für schlecht hält. Statt an Vernunft und Fortschritt glaubt er an radikalen Individualismus, an Lust, Grausamkeit und Sexualität und lebt ihre Schattenseiten vor. Schauplatz ihres Schlagabtausches ist eine Inszenierung mit den Insassen der Heilanstalt Charenton – Geisteskranke oder politische Querdenker. Sie spielen die Ermordung des Revolutionsführers Marat nach, wobei Marquis de Sade Regie führt. Peter Weiss’ Drama ist eine geschichtsphilosophische Reflexion und wahnwitziges Theaterspektakel zugleich.

Die Inszenierung ist vom Theaterregisseur Peter Brook 1967 mit der »Royal Shakespeare Compagnie« kongenial verfilmt worden. Stefan Schön wird Ausschnitte daraus kommentieren und dabei Bezug zu Brecht nehmen. Die Veranstaltung gehört zur Reihe »Brecht und Konsorten« in der Autoren und Werke vorgestellt werden, die sich durch ihren sozialkritischen Impuls auszeichnen.

Der Eintritt beträgt 3 Euro. Um Anmeldung wird unter 0821 4540815 (Regio Augsburg Tourismus GmbH) gebeten.

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