Der Klang der Bilder

12.10.2019 - 07:35 | a3redaktion

Zu seinem 30-jährigen Bestehen lädt das Bukowina-Institut vom 17. bis 19. Oktober zur interdisziplinären Tagung »Die Geschichte der Bukowina nach dem Visual Turn«.

Zwar liegt Augsburg über 1.500 Kilometer von den beiden wichtigsten bukowinischen Städten Czernowitz  und Suceava entfernt, doch sind die Regionen Schwaben und Bukowina durch eine gemeinsame Geschichte und eine lebendige Partnerschaft eng verbunden. 1955 übernahm der Bezirk Schwaben die Patenschaft über die Deutschen aus der Bukowina, die im Rahmen der Umsiedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland gekommen waren. 1989 wurde das Bukowina-Institut gegründet. Heute zur Universität Augsburg gehörend, erforscht und dokumentiert es Geschichte, Landeskunde und Kultur der Bukowina in internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaftlern sowie Theologen aller Konfessionen.

Zum 30-jährigen Jubiläum veranstaltet das Institut die Tagung »Die Geschichte der Bukowina nach dem Visual Turn«. Die Bilder der Bukowina sind oft innerliche, geprägt von den bedeutenden Literat*innen, die die Region hervorgebracht haben. Während das literarische Schaffen Gegenstand vielfältiger Forschungen über die Region ist, sind die zahlreichen visuellen Narrative weniger beachtet worden. Die Tagung möchte das ganze Spektrum an Bildquellen in den Blick nehmen, um auszuloten, was eine Geschichtsschreibung der Bukowina nach dem »Visual Turn« zum Verständnis der Region beitragen kann.

Von 1775 bis 1918 zum Habsburger Imperium gehörend, nach 1918 Rumänien angegliedert, wurde das Gebiet 1940 erstmals geteilt, was nach dem Zweiten Weltkrieg festgeschrieben wurde: Der südliche Teil verblieb in den Grenzen des rumänischen Staates, der nördliche wurde Teil der ukrainischen Sowjetrepublik und 1991 der unabhängigen Ukraine. In ihren jeweiligen Identitätsbildungs- und Legitimierungsstrategien griffen die wechselnden Machthaber in der Bukowina auf unterschiedliche Medien zurück. Ziel der Tagung ist, visuelle Praktiken und Produktionen in ihrer zeitlichen und inhaltlichen Breite zu diskutieren. Neben Architektur, Staatssymbolik, Fotografie sollen auch Landkarten und Filme Berücksichtigung finden. Vergleichende Beiträge sind willkommen, etwa zum benachbarten Galizien oder Bessarabien.

Der Festakt zum Jubiläum mit Empfang, Musik und Abendvortrag »Der Klang der Bilder: Czernowitzer Postmemories« (Prof. Dr. Leo Spitzer, New York) findet am Donnerstag, 17. Oktober, 18 Uhr, statt. Anmeldung unter: info@bukowina-institut.de. Das weitere Tagungsprogramm entnehmen Sie: www.bukowina-institut.de

Noch bis zum 30. Januar zeigt das Bukowina-Institut die Ausstellung »#Postkartenfieber – Schwaben und die Bukowina in den Social Media um 1900«. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 9 bis 12:30 und 13 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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