Lieber frisch aus dem Kuhstall, als frisch vom Versicherungsbetrug

09.12.2015 - 10:43 | Susanne Thoma

Anlässlich des 5. Todestages des Grünen Landes- und Fraktionsvorsitzenden Sepp Daxenberger hat Franz Kohout eine Biografie über die Kultfigur herausgebracht.

Parallel dazu reflektiert und kritisiert der Autor die Anfangsgeschichte alternativer Bewegungen und die der Grünen in Bayern.

Wer ihn gekannt hat, hat es ihm abgenommen, dass er nicht an Macht, sondern am Gemeinwohl interessiert war. Er war authentisch, ehrlich und charismatisch, ein kluger Politiker, ein Star der bayerischen Grünen. Der 2010 verstorbene Sepp Daxenberger verkörperte einen Typ, den es in der Politik selten gibt. Er scheute keine Auseinandersetzung, wenn er von einer Sache überzeugt war. Das brachte ihm vom politischen Gegener nicht nur Sympathien ein, oder eben doch welche. Auf die Frage, ob er denn immer so aussehen müsse, als käme er frisch aus dem Stall, antwortete Sepp Daxenberger seinem Kritiker – immerhin war er damals Landtagspräsident: «Lieber frisch aus dem Kuhstall, als frisch vom Versicherungsbetrug.»

Zwölf Jahre lang war der Biobauer und Schmied Grüner Bürgermeister in Waging im schwarzen Chiemgau. Eine barocke Figur, die mit starkem Dialekt sprach. Als Landesvorsitzender stand der nie auf einem Sockel. Am Rande von Parteitagen konnte man in Hotelbars ausgiebig mit ihm feiern. Auch, als seine Krebserkrankung schon weit fortgeschritten war, war er noch auf der politischen Bühne zu finden. Seine Authentizität, seine Direktheit, seine Heimatliebe und seine Persönlichkeit insgesamt machten ihn zu einer politischen Kultfigur, mit der sich auch die ländliche Bevölkerung identifizieren konnte. Sein Kampf gegen die tragische Krankheit und sein früher Tod mit 48 Jahren überhöhen dieses Bild.

Am 29. Januar 2016 um 19:30 Uhr findet eine Autorenlesung im Hollbau statt. Die Augsburger Grünen haben diese Lesung organisiert. Sie wird uns Einblicke in Bereiche von Politik geben, die wir vorher nicht hatten.

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