Literarische Alternativen

12.03.2020 - 13:13 | Juliana Hazoth

Um die Absage der Leipziger Buchmesse für alle Beteiligten aufzufangen, reagiert die Branche mit vielen kreativen Ideen.

Die Leipziger Buchmesse ist eines der wichtigsten Events der Buchbranche. Nicht nur für den deutschen Markt, auch international ist die Veranstaltung von großer Relevanz. Anders als die Frankfurter Buchmesse, ist die Leipziger eine Publikumsmesse. Hier steht die Begegnung zwischen Verlagen, Autor*innen und Leser*innen im Vordergrund. Dieses Jahr wurde die Messe wegen der befürchteten Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus abgesagt. Auch wenn diese Entscheidung grundsätzlich zu begrüßen ist, ist die allgemeine Enttäuschung aller Beteiligten jetzt nicht das einzige Problem.

Die LBM ist für Geschäftsleute der Buchbranche eine Plattform für Vertragsabschlüsse, Lizenzvereinbarungen und Networking. Viel wichtiger ist in Leipzig aber die Sichtbarkeit gegenüber dem Publikum. In erster Linie ist die Messe eine Marketingveranstaltung und während große Publikumsverlage sich ihrer eigenen Bekanntheit über die Messe hinaus sicher sein können, trifft die Absage besonders die kleinen Verlage und Dienstleister, die Debütautor*innen und Selfpublisher. Für diese ist ein solcher Rahmen oftmals überhaupt erst der Durchbruch in der Branche.

Um die Folgen für alle Beteiligten aufzufangen, reagiert die Branche mit vielen kreativen Ideen:

Der Ravensburger Verlag beispielsweise organisiert zwischen dem 12. und 15. März Live Lesungen, die online im Stream verfolgt werden können. Mit dabei sind unter anderem Stella Tack, Kira Licht und Danny Beuerbach. Die genauen Daten werden auf der Social Media-Plattform Instagram bekannt gegeben. Auch die Verlage Oetinger und Carlsen planen ähnliche Alternativprogramme.

Rund 50 unabhängige Verlage haben sich zu »Leipziger Buchfieber 2020: Lesen? Jetzt erst recht!« zusammengeschlossen. Über eine Veranstaltungsseite auf Facebook teilen sie ihre Neuerscheinungen, machen Gewinnspiele und starten Diskussionen zu Buchthemen – virtuelles Stöbern von zuhause.

Auf dem Instagram-Kanal des dtv-Verlags startet mit den Hashtags #trostbuchmesse und #virtuallbm ein mehrtägiges Programm während der Messezeit. Dabei gibt es einen virtuellen Standrundgang, Videos von Autor*innen und viele weitere Aktionen.

Zur Unterstützung der vielen Selfpublisher, die mit BoD veröffentlichen, plant das Unternehmen ebenfalls ein digitales Liveprogramm. Zwischen dem 12. und 14. März gibt es auf dem Youtube-Kanal einen Livestream, der gleichzeitig den Austausch mit Zuschauer*innen ermöglichen soll.

Der Absage zum Trotz zeigt sich die Branche einig und kreativ. Zwar werden die alternativen Programme den Verlust nicht ausgleichen können, doch sicherlich tragen sie dazu bei. Und vielleicht ermöglichen die digitalen Ausweichmöglichkeiten sogar einem breiteren Publikum, an diesem Buchevent teilzuhaben. Zu guter Letzt, bleibt uns allen der lokale und kompetente Buchhandel, der nicht nur zu Messezeiten verlässlich für uns da ist.

Weitere Aktionen der Buchbranche finden Sie beim Börsenblatt.

Foto: Manfred Queisser

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