Mode und Menschenleben

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15.09.2017 - 13:49 | Bettina Kohlen

Im Textil- und Industriemuseum wird ein Projekt vorbereitet, das den Modekonsum auf Kosten von Menschenleben thematisiert.

Als im September 2012 im pakistanischen Karachi eine Textilfabrik brannte, kamen 260 Menschen ums Leben; sie fertigten dort unter inakzeptablen Bedingungen billige Jeans für einen deutschen Textildiscounter. Die meisten Notausgänge waren versperrt, da die Fabrikbetreiber Angst hatten, ihre Arbeiter würden die Jeans mitgehen lassen. Ware war wichtiger als Menschenleben.

Hat sich seitdem etwas geändert? Wenig. Doch der Designer und Künstler Miro Craemer war 2016 vor Ort und gab den Überlebenden und Hinterbliebenen mit seinem Projekt „Cord of Desires“ eine Stimme. Ihre Wünsche und Ängste wurden künstlerisch auf bunten baumwollenen Wimpeln festgehalten und an einer langen Kordel aufgereiht im öffentlichen Raum präsentiert - eine soziale Plastik, die gleichermaßen Mahnung und Hoffnungsträger war.

Nun wird eine Brücke zwischen der Textilstadt Karachi und der ehemaligen Textilstadt Augsburg geschlagen, der Ort der Produktion wird mit einem Ort des Konsums zusammengeführt. Studierende, Kinder aus Augsburger Kindergärten und engagierte Besucher des tim haben ihre Sichtweisen schon kreativ in Wimpeln umgesetzt, deren Stoffe in Karachi und Augsburg gewebt wurden. Weitere Wimpel werden in öffentlichen Workshops entstehen.

Am 20. September wird das so geschaffene Band der Wünsche zum Rathausplatz geleitet und ist dort um 11 Uhr zu sehen. Ab dem 21. September wird die textile Installation dann im tim gezeigt, begleitet von den Arbeiten pakistanischer KünstlerInnen, die Position zur Globalisierung beziehen.

Öffentliche Workshops im tim vom 16. bis 18. September, jeweils 10.30 bis 14 Uhr. Keine Anmeldung nötig!

„Cord of Desires", Staatliches Textil- und Industriemuseum, 21. September bis 12. November 2017
www.timbayern.de

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