MZRT & BTHVN – Vollendung und Aufbruch

Beethoven
02.12.2019 - 10:27 | Renate Baumiller-Guggenberger

Das Mozartbüro stellte in seiner Pressekonferenz das Programm und das neue Design zum Deutschen Mozartfest Augsburg 2020 vor

Im Beethovenjahr 2020 steht das Deutsche Mozartfest unter dem Motto »MZRT & BTHVN – Vollendung und Aufbruch« und wird mit 22 Veranstaltungen für alle Altersgruppen vom 8. Mai bis zum 14. Juni 2020 und bereits im Neujahrskonzert »Gran Partita« im Kleinen Goldenen Saal am 11. Januar das Spannungsfeld zwischen Mozart und Beethoven beleuchten. Eine Überraschung in Form eines Mozart-Relaunchs gab es zudem: Das neue Layout scheint »inspired by Coolness« und vom skandinavischen Trend der Reduktion und spricht die Mozart-und Klassikfans ab sofort in einem schnörkel- und schleifenlosen Look im dezenten Mozart-Lachsrot an.

Mozart und Beethoven – zwei Giganten der Musik. Beide wurden im Abstand von nur wenigen Jahren geboren und werden gerne mit dem Label »Wiener Klassiker« versehen. Und dennoch liegen musikalische Welten zwischen ihnen. Mozart brach alte Formen auf, blieb aber durch seinen frühen Tod unvollendet. Beethoven berief sich zeitlebens auf Mozart, trat aber aus dessen Schatten und schuf eine neue Musik für die revolutionierte Gesellschaft. Für Simon Pickel, den künstlerischen Leiter des Deutschen Mozartfests, ist es die zentrale Aufgabe der Leopold-Mozart-Stadt, nicht allein hochwertige Konzerte aneinanderzureihen, sondern einen Kontext zu schaffen: »In der Musik gilt häufig Beethoven als unerreichbares Vorbild und nicht Mozart, sei es bei den Sinfonien oder den Streichquartetten. Hier hat Beethoven die Maßstäbe gesetzt. Mozart durfte die durch die Französische Revolution veränderte Gesellschaft nicht mehr miterleben. Wir wissen nicht, was Mozart dann noch komponiert hätte. Beethoven konnte Mozarts Werk nicht nur fortsetzen, sondern er wagte es, die von Mozart bereits aufgebrochenen Formen endgültig zu sprengen. BTHVN – wie er häufig seine Werke unterschrieb – schuf eine von der ästhetischen Correctness der höfischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts befreite, neue Musik.«

Das Augsburger Mozartfest lädt im Beethovenjahr dazu ein, Verbindungen und Trennlinien zwischen Mozart und Beethoven zu erforschen. Aufschlussreiche Querverweise finden sich in jedem der Festival-Konzerte:

Im Beethovenzyklus mit Konzerten am 9. Mai sowie am Wochenende 13. und 14. Juni stellt die Akademie für Alte Musik Berlin den berühmten Sinfonien Nr. 3, 5 und 6 Werke von Zeitgenossen zur Seite, die Beethoven als Vorbild dienten und gleichermaßen zu Mozart Verbindungen hatten. Lars Vogt spielt einen Sonatenabend mit Endpunkten in Beethovens und Mozarts Klavierwerken. Ian Bostridge singt »Gassenhauer« von Beethoven und dessen Lehrer Haydn, der BR Chor kommt mit Mozarts Requiem samt Ergänzung durch einen Beethoven-Schüler. Mit  »Jupiter« ist das Konzert am 21. Mai übertitelt, das die Klaviervirtuosin und Beethoven-Botschafterin des BR, Sophie Pacini und die Bayerische Kammerphilharmonie in den Kleinen Goldenen Saal führt. Das entdeckerfreudige Brooklyn Rider Quartett bringt »Healing Modes« von Beethoven sowie Pulitzer-Preisträgerinnen von heute mit und die Techno-, Klassik,- und Jazz-Experten Brandt Brauer Frick finden die zeitlose Kraft von Beethovens Musik ganz selbstverständlich auch in tanzbaren Grooves.

Der Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen startet ab sofort!

Aufbruch? Break up! So liest das Mozartfest für Kinder »Kling Klang Gloria!« das Festival-Motto für 2020. In fünf Konzerten von Profi-Ensembles, wie der Munich Brass Connection, zeigt Musik ihre verbindende und heilende Kraft, und zwei Vermittlungsprojekte nehmen sich neben Beethoven auch Carl Orff zur Brust, dessen 125. Geburtstag ansteht.

Detaillierte Infos und Karten unter:
www.mozartstadt.de und www.reservix.de

Anmeldung und Infos zu »Kling Klang Gloria!« ab 6. Dezember auf:
www.mehrmusik-augsburg.de

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