Ausstellungen & Kunstprojekte

Nachruf | Eine Kämpferin für die bildende Kunst

Gast
7. Juli 2021

Am 3. Juli 2021 ist im Alter von 72 Jahren die Künstlerin Annemarie Helmer-Heichele, Mitglied und langjährige Vorsitzende des BBK Schwaben-Nord und Augsburg e.V. verstorben. Ein Nachruf von Norbert Kiening.

Annemarie Helmer-Heichele wurde 1982 in den Berufsverband aufgenommen. Schon 1983 ließ sie sich in das Präsidium des BBK wählen. Den Verband führte Annemarie Helmer-Heichele ab 1993 als Alleinvorsitzende bis 2005 und dann wieder im Team bis 2013. Es war ihr in all den Jahren ein großes Anliegen für demokratische, transparente Entscheidungen zu sorgen und sie setzte sich mit aller Kraft für die Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen Situation von KünstlerInnen ein.

In den Jahren ihrer Verbandstätigkeit entwickelte sich der BBK Schwaben-Nord und Augsburg e.V. zu einer festen Größe im Kulturleben der Stadt Augsburg und des Bezirks Schwaben. Vielfältige Projekte wurden kooperativ erarbeitet, wie die Literaturreihe mit deutschlandweiten Kunstbewerben und Ausstellungen in Augsburg zu Themen wie Brecht, Kafka, Hesse, Zweig, Mann, Heine, Frisch, Schiller, Mozart. Der Umzug vom Brechthaus ins Abraxas, nach einer Zwischenstation im Richard Wagner Hof, erlaubte dem BBK die Einrichtung einer großen Druckwerkstatt und die Verbesserung der Ausstellungstätigkeit in der BBK Kunsthalle.

Annemarie Helmer-Heichele knüpfte Kontakte um Ausstellungen und zahlreiche Austauschprojekte in China, Japan, Frankreich, Slowenien, Tschechien, Österreich, Schweiz und Puna in Indien zu realisieren. Die gute Zusammenarbeit der schwäbischen BBKs mit dem Bezirk Schwaben und den Kommunen Schwabens, die ihren Ausdruck in zahlreichen gemeinsamen Projekten und Ausstellungen fand und findet, ist nicht zuletzt ihrer offenen und präsenten, verbindlichen und zugewandten Art zu verdanken. In vielen Kunst am Bau Projekten vertrat sie das Anliegen der Künstlerschaft, faire und trans-parente Wettbewerbe zu gewährleisten. In ihre Amtszeit fiel auch die Realisation und Durchführung des »Schwäbischen Kunstpreises der Kreissparkasse«, der 19 Jahre lang ausgelobt und veranstaltet wurde, all diese Projekte halfen die wirtschaftliche Situation und die öffentliche Aufmerksamkeit der KünstlerInnen in Schwaben zu verbessern.

Eine Konstante in der Arbeit war die Große Schwäbische Kunstausstellung, die als ein Schaufenster schwäbischer Kunst durchgeführt wurde und wird. Ihr Engagement führte sie in den Landesverband Bayern und den Bundesvorstand des BBK. Darüberhinaus in viele Gremien, wie der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste, sie war Vertreterin in der IGBK in der Deutschen UNESCO Kommission, Mitglied des Fachausschusses der Kultur der deutschen UNESCO Kommission, Mitglied des Beirats der Künstlersozialkasse, Vertreterin der Versicherten im Bereich Bildende Kunst im KSK-Widerspruchsausschuss, Mitglied des Verwaltungsrates der VG Bild-Kunst, Vorsitzende der Stiftung Sozialwerk der VG Bild-Kunst, künstlerische Leitung der Gabriele-Münter-Preis-Ausstellung, Sprecherin des Deutschen Kunstrates und Mitglied des Fachausschusses Arbeit und Soziales des Deutschen Kulturrates.Immer vertrat Annemarie Helmer-Heichele die Interessen der Künstlerschaft, wofür ihr auch das Bundes Verdienstkreuz am Band verliehen wurde.Mit Annemarie Helmer-Heichele verlieren wir eine treue Freundin und eine Kämpferin für die bildende Kunst.

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