Festival

Der nächste Mann

Jürgen Kannler
24. September 2021

Julian Warner wird die Jubiläumsausgabe zu Brechts 125. Geburtstag 2023 und die beiden darauffolgenden Festivalausgaben als Kurator gestalten.

Julian Warner arbeitet als Kulturanthropologe transdisziplinär in den Bereichen Kuration, Musik, Performance-Kunst und Wissenschaft. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals 2022 der KulturRegion Stuttgart und Co-Kurator für das internationale Theaterfestival SPIELART. Unter dem Alias Fehler Kuti veröffentlicht er anti-rassistischen Pop. Er war Performer diverser Essay-Performances mit Oliver Zahn sowie Dramaturg und Ethnograph von Anta Helena Reckes Schwarzkopie Mittelreich. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er am Institut für Kulturanthropologie der Georg-August-Universität Göttingen und ist Ko-Herausgeber des Sammelbandes ALLIANZEN— Kritische Praxis an weißen Institutionen sowie Herausgeber des kürzlich erschienen Diskussionsbandes AFTER EUROPE - Beiträge zur dekolonialen Kritik.

Vor Julian Warner leiteten die folgenden Männer das wichtigste Augsburger Kulturfestival: Albert Ostermaier, Joachim Lang, Patrick Wengenroth, Jürgen Kuttner und Tom Kühnel.

In einer ersten Pressemeldung der Stadt Augsburg zur Personalie, wird Warner wie folgt zitiert: »Das Brechtfestival Augsburg soll der Ort werden, an dem Brechts Idee eines dialektischen Theaters weiterentwickelt wird. Keine Musealisierung auf der Guckkastenbühne, sondern brechtsche Experimente in der ganzen Stadt, Neuproduktionen, Gastspiele sowie eine Erweiterung der Brechtnacht um ein internationales Residency-Programm sollen die Säulen des Brechtfestivals ab 2023 bilden. Hybride internationale Symposien sollen die Anbindung des Festivals an den zeitgenössischen Brechtdiskurs verstetigen.«

Zum ersten Mal seit 2006 wird die Festivalleitung nicht durch die Stadt ernannt, sondern über eine Ausschreibung gesucht und von einer Jury »ausgewählt«.  Das Gesamtbudget des Festivals abhängig von Sponsoring und Drittmitteln beträgt bis zu 450.000 Euro.

Die Jury setzte sich aus fünf nationalen Expertinnen und Experten mit Stimmrecht zusammen: Dr. Wolf Iro (Abteilungsleiter Kultur, Goetheinstitut München), Johanna Schall (Enkelin von Bertolt Brecht, Schauspielerin & Theaterregisseurin), Max-Philipp Aschenbrenner (Autor, Künstler, Kurator mit künstlerischer Leitungserfahrung und starker internationaler Vernetzung), Kira Kirsch (Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin von brut in Wien, Produktions- und Spielstätte für die freie österreichische und internationale Theater-, Performance- und Tanzszene), Barbara Mundel (Intendantin Münchener Kammerspiele). Zur Jury gehörten auch fünf lokale Expertinnen und Experten mit Stimmrecht: André Bücker (Intendant des Staatstheaters Augsburg), Patrick Jung (Leiter Modularfestival Augsburg), Lisa Bühler (Leiterin blue spots production Augsburg), Susi Weber (Stellvertretende Vorsitzende des Kulturbeirats Augsburg), Dr. Michael Friedrichs (Vorsitzender Bert Brecht Kreis Augsburg e. V.). Als Vertreter der Stadt gehörte auch Kulturreferent Jürgen Enninger der Jury an.

An den Gremiensitzungen teilgenommen haben auch (ohne Stimmrecht, zur fachlichen Beratung): Elke Seidel (Kulturamtsleiterin), Katrin Dollinger (Projektkoordinatorin des Brechtbüros) sowie Girisha Fernando (Kurator der langen Brechtnacht).

 

 

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