Politik & Gesellschaft

Rassismus ist strukturell

Martin Schmidt
15. Juni 2021
Dr. Natasha A. Kelly | Foto: © Emmanuel Nimo

Am Donnerstag, 17, Juni, ist Dr. Natasha A. Kelly (Bild, Foto © Emmanuel Nimo) im Gespräch mit Dr. Barbara Staudinger (Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben). Die Veranstaltung findet online und kostenlos statt. (Infos und Link: www.friedensstadt-augsburg.de).

Die Schwarze Community in Deutschland weist seit Jahrzehnten darauf hin, dass Rassismus alle Strukturen unserer Gesellschaft durchdringt. Erst wenn diese strukturelle Dimension des Rassismus verstanden werde, könne man erfolgsversprechende Maßnahmen dagegen entwickeln. Mit ihrem neuen Buch »Rassismus. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen!« schafft die bekannte Kommunikationssoziologin Dr. Natasha A. Kelly eine Grundlage für den informierten Dialog über Rassismus. Anhand von konkreten Beispielen aus der aktuellen Debatte zeigt sie, wo die Strukturen des Rassismus verlaufen und wie er sich in die deutsche Gesellschaft eingeschrieben hat. Dr. Kelly setzt damit elementare Impulse für eine produktive Diskussion. »Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat die Rassismus-Debatte auf die individuelle Ebene reduziert«, meint Natasha Kelly in einem Gespräch mit Deutschlandfunk Nova. Dieser Aspekt sei auch wichtig, aber eben nicht ausreichend. »Nur, weil ich Rassismus-Erfahrungen mache, bin ich noch lange keine Expertin für Rassismus.« Kelly will strukturellen Rassismus analysieren, die Mechanismen dahinter erklären und so schließlich die Gesellschaft verändern. »Erst dann, wenn wir verstanden haben, dass Rassismus strukturell ist, das Rassedenken ungebrochen fortwirkt, Kolonialismus noch andauert und die Erderwärmung und das Sterben im Mittelmeer unmittelbar damit zu tun haben, können wir diese Debatten zusammenführen und nicht nur soziale Gerechtigkeit, sondern intersektionale Gerechtigkeit einfordern«, so Kelly.

Dr. phil. Natasha A. Kelly ist Kommunikationssoziologin mit den Forschungsschwerpunkten Post-/Kolonialismus und Feminismus, Autorin und Künstlerin. Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Autorin, Dozentin und Kuratorin hat an zahlreichen Institutionen in Deutschland und Österreich gelehrt und geforscht. Ihr preisgekrönter Debütfilm »Millis Erwachen« (2018) wurde von der 10. Berlin Biennale in Auftrag gegeben und in nationalen und internationalen Kontexten gezeigt. Ihr Regiedebüt beging sie 2019 mit der internationalen Aufführung ihrer Dissertationsschrift »Afrokultur« in drei Ländern und drei Sprachen. Ihre jüngste Publikation »Rassismus. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen« erschien im April 2021 im Atrium Verlag. Beim DenkRaum wird sie aus dem Buch lesen und es im Gespräch mit Barbara Staudinger vorstellen. Im Anschluss an einen Impulsvortrag können sich die Zuhörer*innen in digitalen Tischgesprächen austauschen und Fragen an die Rednerin formulieren.

Infos: www.friedensstadt-augsburg.de/de/denkraum-seite

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