Rekord ohne Römer

26.01.2015 - 10:17 | Jürgen Kannler

2014 war für die Kunstsammlungen und Museen Augsburg besuchertechnisch gesehen ein Rekordjahr.

Die Stimmung war gelöst bis heiter, als der Leiter der Kunstsammlungen, Christof Trepesch, und sein neuer Vorgesetzter, Kulturreferent Thomas Weitzel, die Zahlen für die vergangene Saison präsentierten. 285.488 Besucher zählten die acht Orte, die 2014 bespielt werden konnten. Und gäbe es in Augsburg zurzeit ein Römermuseum, die 300.000er Marke wäre wohl spielend genommen worden. So verzeichnete das Römische Museum eine schwarze Null, ein Zustand der nur einem Bundesfinanzminister Freude bereiten kann, wie Manfred Hahn, Museumsleiter ohne Museum, beim Pressetermin lakonisch feststellte.

Doch die gebündelten Ergebnisse der anderen Häuser wischten diesen Wermutstropfen rasch beiseite. Als Gewinner der Saison kann Christoph Emmendörffer vom Maximilianmuseum genannt werden. Sein Haus samt Viermetzhof verzeichnete mit 113.341 Besuchern ein Plus von über 16.000 Gästen im Vergleich zum Vorjahr. Seine Ausstellung »Wunderwelten« fand Anklang und die Publikation zum Thema ist in Fachkreisen ein Renner. Den stärksten Besucherzuwachs verzeichnete das H2 im Textilviertel. Vor allem Dank der von Shahab Sangestan verantworteten Paul-Klee-Ausstellung konnte das Haus von Thomas Elsen einen satten Besucherzuwachs von knapp 20.000 auf fast 50.000 verzeichnen. Natürlich trugen zu diesem Ergebnis auch die guten Zahlen der Fotoausstellung mit Arbeiten von Edward Steichen und Jean Noel Schramm sowie der Jaume-Plensa-Triathlon bei. Die aufregenden Arbeiten des Katalanen fanden neben dem H2 auch im Schaezlerpalais und im Gaskessel ihr Publikum. Immerhin 7.574 Interessierte fanden den Weg zum Industriedenkmal in Augsburg-Oberhausen, um das geheime Herz schlagen zu sehen.

Die dritte Plensa-Location Schaezlerpalais blieb mit gut 90.000 Besuchern eine feste Konstante auf hohem Niveau, die durch die Große Schwäbische zum Jahresende wohl noch einen sanften Push erlebte. Die direkten Nachbarn, Neue Galerie im Höhmannhaus und Grafisches Kabinett, fielen im Vergleich zum Vorjahr in der Besuchergunst deutlich zurück. Auf insgesamt rund 6.000 Besucher mussten die beiden Einrichtungen verzichten. Gerade die Besuchermenge, die das Brechthaus für 2014 verzeichnen konnte, wie Götz Beck berichten konnte. Als Chef der Regio Augsburg Tourismus GmbH verwaltet er noch bis Mitte 2016 diesen umstrittenen Kulturort. Das ebenfalls seinem Team zugeschriebene Mozarthaus zählte 8.800 Besucher und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Insgesamt verzeichnen die Einrichtungen ein fettes Besucherplus von 18,32 Prozent. Damit festigt die Kultur auch ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Gemeinsam mit dem Tourismus liegt ihre Wirtschaftskraft in Augsburg bei 650 Millionen Euro. Ein Wert, ohne den die Stadt nicht mehr existenzfähig ist. Vielleicht ist dies das fehlende Argument, um Referent Weitzel bei seinen Bemühungen, den Kulturetat auf ein zukunftsfähiges Niveau zu hieven, den noch nötigen Schwung zu verleihen.

www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de

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