Rosen für den Staatsanwalt

08.05.2020 - 13:39 | Thomas Ferstl

Streaming-Tipp – »Projektor«, die a3kultur-Filmkolumne, empfiehlt ein Nachkriegsdrama zum Gedenktag an das Kriegsende.

Weil er kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs Fliegerschokolade auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, wird der Soldat Rudi Kleinschmidt (Walter Giller) von einem Kriegsgericht unter der Anklage des Kriegsgerichtsrats Dr. Schramm (Martin Held) zum Tode verurteilt. Durch einen Fliegerangriff entkommt Kleinschmidt jedoch der Exekution.

Als der Krieg endgültig vorbei ist, kehrt der geflohene Kleinschmidt in seine Heimatstadt zurück. Dort trifft er durch Zufall seinen einstigen Ankläger Schramm wieder, der auch im »entnazifizierten« Deutschland Karriere als Oberstaatsanwalt gemacht hat. Schramm, der noch immer von seiner treudeutschen Gesinnung geleitet wird, fürchtet um die Aufdeckung seiner dunklen Vergangenheit und setzt alles daran, Kleinschmidt aus der Stadt zu vertreiben. Als der traumatisierte Kleinschmidt im Affekt ein Schaufenster einschlägt, um zwei Dosen Schokolade zu stehlen, kommt es zu einem neuerlichen Prozess, bei dem abermals Schramm die Anklage führt.

Dieser zeitkritische Film von 1959 brilliert mit einem starken Ensemble, allen voran Martin Held als eiskalter Staatsanwalt. Wolfgang Staudes bissige Satire auf die Zustände in der bundesdeutschen Justiz der Adenauer-Ära hat in Zeiten von NSU, Pegida und anderen rechten Gruppierungen und Parteien im öffentlichen Bild Deutschlands nichts an Aktualität verloren.

»Rosen für den Staatsanwalt« – bis 20. Mai verfügbar in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks.

Themen:

Weitere Nachrichten

25.01.2021 - 15:36 | a3redaktion

Was lässt sich mit Philosophie anfangen? Das fragt Prof. Dr. Uwe Voigt von der Universität Augsburg am Donnerstag, 28. Januar, 17 Uhr, im Rahmen eines Onlinevortrags der vhs Augsburg.

25.01.2021 - 15:25 | a3redaktion

Die Augsburger Kegelbahnkonzerte des Vereins Raumpflegekultur gehen in eine neue Runde.

25.01.2021 - 15:14 | Patrick Bellgardt

Die Kulturorte bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Aktuelle Projekte des Theaters Eukitea und des Staatstheaters Augsburg zeigen: Digitale Angebote werden vom Publikum positiv aufgenommen.

22.01.2021 - 14:38 | a3redaktion

Vor zwei Jahren wurde die Galerie Lochner in der Konrad-Adenauer-Straße 7, mitten in der Dachauer Altstadt, eröffnet.

22.01.2021 - 10:36 | a3redaktion

Am 23. Januar 2021 ab 19 Uhr streamt das Gärtnerplatztheater in München Paul Abrahams »Viktoria und ihr Husar« in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger live auf die Bildschirme.

neue stadtbücherei
21.01.2021 - 15:35 | a3redaktion

Die Stadtbücherei Augsburg darf ihren »Click and Collect«-Service wieder aufnehmen.

21.01.2021 - 15:30 | a3redaktion

Die Kunst- und Kulturvermittlung der Kunstsammlungen und Museen Augsburg bietet im Februar fünf Online-Angebote für Kinder an.

20.01.2021 - 11:17 | a3redaktion

Das Kulturreferat der Stadt Augsburg möchte Kulturschaffenden den Zugang zu Hilfsprogrammen des Freistaats erleichtern. Am Dienstag, 26. Januar, findet hierzu von 17 bis 18 Uhr eine Online-Beratungsstunde statt.

20.01.2021 - 10:55 | Renate Baumiller-Guggenberger

Unter der Leitung von Diana Wöhrl setzen freischaffende Tänzer*innen ein Signal: Die »Choreoloop Residency and Research 2021« findet mit strengen Corona-Auflagen noch bis Anfang Februar in einem Seminarhaus in Regen statt.

18.01.2021 - 15:39 | a3redaktion

Das Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg präsentiert seine Vortragsreihe »Stadtgeschichte(n)« als digitales Format per Zoom-Videokonferenz.