Film

Rosen für den Staatsanwalt

Thomas Ferstl
8. Mai 2020

Weil er kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs Fliegerschokolade auf dem Schwarzmarkt gekauft hat, wird der Soldat Rudi Kleinschmidt (Walter Giller) von einem Kriegsgericht unter der Anklage des Kriegsgerichtsrats Dr. Schramm (Martin Held) zum Tode verurteilt. Durch einen Fliegerangriff entkommt Kleinschmidt jedoch der Exekution.

Als der Krieg endgültig vorbei ist, kehrt der geflohene Kleinschmidt in seine Heimatstadt zurück. Dort trifft er durch Zufall seinen einstigen Ankläger Schramm wieder, der auch im »entnazifizierten« Deutschland Karriere als Oberstaatsanwalt gemacht hat. Schramm, der noch immer von seiner treudeutschen Gesinnung geleitet wird, fürchtet um die Aufdeckung seiner dunklen Vergangenheit und setzt alles daran, Kleinschmidt aus der Stadt zu vertreiben. Als der traumatisierte Kleinschmidt im Affekt ein Schaufenster einschlägt, um zwei Dosen Schokolade zu stehlen, kommt es zu einem neuerlichen Prozess, bei dem abermals Schramm die Anklage führt.

Dieser zeitkritische Film von 1959 brilliert mit einem starken Ensemble, allen voran Martin Held als eiskalter Staatsanwalt. Wolfgang Staudes bissige Satire auf die Zustände in der bundesdeutschen Justiz der Adenauer-Ära hat in Zeiten von NSU, Pegida und anderen rechten Gruppierungen und Parteien im öffentlichen Bild Deutschlands nichts an Aktualität verloren.

»Rosen für den Staatsanwalt« – bis 20. Mai verfügbar in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks.

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