Politik & Gesellschaft

Runder Tisch der Religionen: Zielpapier

Martin Schmidt
24. April 2016

Augsburgs »Runder Tisch der Religionen« hat seine Ziele und Grundideen in einem Orientierungspapier zusammengefasst. Zehn Punkte geben einen Einblick in Wirken und Selbstverständnis des Gremiums, dem inzwischen elf Religionsvertreter angehören. Zum Kreis zählen zentrale Augsburger Repräsentanten aus Buddhismus, Islam, Judentum, Evangelischer und Katholischer Kirche, Russisch-Orthodoxer Kirche und Syrisch-Orthodoxer Kirche. Unlängst wurden zwei neue Mitglieder aufgenommen; Wolfgang Krauß als Vertreter der Freikirchen sowie Nizar Kahlil und Raschid Kihidir vom Ezidischen Kulturverein als jesidische Abordnung.

In der Einleitung der gemeinsamen Erklärung heißt es: »Oberstes Ziel des Runden Tisches der Religionen ist es, zum friedlichen Zusammenleben der Menschen in Augsburg beizutragen, Konflikte zu entschärfen, bei denen religiöse Faktoren eine Rolle spielen, sowie Verständnis für die Ausübung der unterschiedlichen Religionen in der Stadtöffentlichkeit zu wecken.«

Am Runden Tisch der Religionen ebenfalls beteiligt sind Oberbürgermeister Kurt Gribl, Kulturreferent Thomas Weitzel, für den wissenschaftlichen Bereich Prof. Dr. Elisabeth Naurath von der Universität Augsburg (Institut für Evangelische Theologie) sowie die Leiterin des Friedensbüros Christiane Lembert-Dobler. Initiiert wurde das Gremium von der Stadt Augsburg, getragen und organisiert wird es von den beteiligten Religionsgemeinschaften. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig in wechselnden Gastgeberrollen. Das Friedensbüro koordiniert die Termine und bereitet diese vor. Zwei- bis drei Mal jährlich gibt es auf Einladung des OBs hin zusätzliche Zusammenkünfte im Turmzimmer des Augsburger Rathauses.

Friedensbüro-Leiterin Christiane Lembert-Dobler sieht im Runden Tisch der Religionen ein wichtiges Gremium des Austauschs und damit ein Zeichen für ein friedliches Miteinander im multireligiösen Augsburg. »Mit der Selbstdefinition bringen die Mitglieder des Runden Tisches ihr Engagement zum Ausdruck, den Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften zu fördern und der Stadtgesellschaft bei Bedarf beratend zur Seite zu stehen.«

In der Vergangenheit ist der Runde Tisch der Religionen immer wieder mit gemeinsamen Aktivitäten an die Öffentlichkeit getreten. Zuletzt mit einem Spendenaufruf für die Opfer von Gewalt in Syrien und Irak sowie mit öffentlichen, multireligiösen Friedensgebeten – jüngst aus Anlass der Terroranschläge von Paris im November 2015 unter dem Motto »Wir weigern uns, Feinde zu sein«.

Das Papier »Ziele, Aufgaben und Strukturen des Runden Tisches der Religionen in Augsburg« kann als PDF unter folgendem Link heruntergeladen werden:
http://www.augsburg.de/fileadmin/user_upload/kultur/kulturthemen/frieden...

Bild: Der Runde Tisch der Religionen bei einem Treffen im Februar 2016 in der Augsburger Synagoge. Vordere Reihe (von links): Pater Nikolai Artemoff (Russisch-Orthodoxe Kirche), Prälat Dr. Bertram Meier (Bischöfliches Ordinariat), Arkadiy Lyubinskiy und Josef Strzegowski (IKG-Schwaben-Augsburg), Christiane Lembert-Dobler (Friedensbüro), Prof. Dr. Elisabeth Naurath (Universität Augsburg). Hintere Reihe, von links: Toho Torsten Erler (Buddhistisches Zentrum/Cottbus), Dr. Nikolaus Hueck (Evangelisches Forum Annahof), Nizar Khalil, (Ezidischer Kulturverein Augsburg), Raschid Khidir (Ezidischer Kulturverein Augsburg), Mustafa Ergen (Augsburger Bildungs- und Kulturverein), Orhan Aykac (Alevitisches Kulturzentrum), Wolfgang Krauß (Verbund der Freikirchen), Gensetsu Oliver Weidkuhn und Genpo Döring (Buddhistisches Zentrum). Auf dem Bild fehlen: Stadtdekanin Susanne Kasch sowie die Vertreter der Syrisch-Orthodoxen Kirche und des Dachverbands der Türkischen Vereine Augsburg.

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