Theater & Bühne

Schrecklich nette Familien

Gastautor

Das Theaterteam in Memmingen feiert zwei Premieren im Januar. Ab Freitag, 27. Januar ist das heitere Schauspiel »Ende in Lachen« auf der Studiobühne und ab Sonntag, 29. Januar »Wie der Wahnsinn mir die Welt erklärte« im Schweizerberg zu sehen.

Die Münchner Autorin und Theatermache­rin Nora Schüssler hat für das Landestheater Schwaben ein Theaterstück über das Altwerden geschrieben. In »Ende in Lachen« fällt der Patriarch und Brauereibesitzer Bonifazius Bengele die Treppe hinunter und das Kartenhaus des schönen Lebens bricht zusammen. Innerhalb kürzester Zeit wird aus dem gut gealterten Mann ein Pflegefall. Und während der Alte keine unangenehmen Entscheidungen treffen mag und sich mit seinem geistigen und körperlichen Ableben konfrontiert sieht, haben seine schwangere Tochter Leni, sein dem Alkohol zugetaner Sohn Ferdinand und seine Volleyball spielende Frau Maria ganz eigene Pläne, in die ein alter, kranker Mann so gar nicht reinpassen will. Schon gar nicht, da er sein Leben lang seine Macht als Chef der Brauerei und Oberhaupt der Familie missbraucht hat.

In der zweiten Premiere geht es ebenfalls um Familienprobleme. Lucie hat die Nase voll.  Michi, der neue Freund ihrer Mutter, ist eingezogen. Lucie kann Michi einfach nicht ausstehen und deshalb will sie nach Berlin. Um das nötige Geld für ihre Flucht zu verdienen, will Lucie einen Hundesitter-Job annehmen. Als sie an der Tür ihres hoffentlich zukünftigen »Arbeitgebers« läutet, öffnet ihr Klinge. Klinge ist alt, offensichtlich verrückt und völlig hundelos! Statt eines Hundesitters sucht er eine Schreib­kraft für sein Kochbuch, bestehend aus Zauberrezepten und Liebestränken. Lucie nimmt den Job an, schließlich zahlt Klinge 20 Euro die Stunde. Und dann gibt es da noch Marvin, den coolen Typ, auf den alle stehen. Und obwohl sie nicht daran glaubt, kocht sie Klinges Liebestrank und probiert ihn an Marvin aus. Nur um festzustellen, dass es da einen Jungen gibt, der noch viel toller ist.

Das Jugendbuchdebüt der Drehbuch- und Theaterautorin Dita Zipfel wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 ausgezeichnet.

 

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