Ein schwieriger Neuanfang

08.07.2019 - 08:45 | a3redaktion

Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben zeigt die Ausstellung »Über die Grenzen. Kinder auf der Flucht 1939/2015«.

1938/39 wurden über 10.000 jüdische Kinder durch Kindertransporte aus dem Deutschen Reich gerettet – darunter auch mindestens 15 Kinder aus Augsburg und Bayerisch-Schwaben. Allein in einem fremden Land, dessen Sprache sie oft nicht sprachen und ohne von ihren Eltern zu wissen, war der Neuanfang schwierig und durch Ängste, Schuldgefühle und Traumata belastet. Die neue Ausstellung des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben »Über die Grenzen. Kinder auf der Flucht 1939/2015« in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber beleuchtet die damit verbundenen mehrfachen Grenzüberschreitungen: vom Überschreiten der nationalen und sprachlichen Grenze bis hin zu der des für Kinder emotional Fassbaren.

Eingeleitet von der Aktion »Kindertransporthilfe des Bundes« des Berliner Zentrums für politische Schönheit werden die Geschichten von zehn jüdischen Mädchen und Jungen aus Augsburg und Schwaben erzählt, die in ein anderes Land entkommen konnten. Die Ausstellung fragt zudem nach der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, die 2015 nach Augsburg kamen und heute hier leben – und schlägt damit eine Brücke in die Gegenwart.

Die Ausstellungseröffnung findet am 11. Juli um 19 Uhr im Pfarrsaal Hl. Dreifaltigkeit, Ulmer Str. 195A, statt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Chor der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber unter der Leitung von Kantor Nikola David. Um 21 Uhr startet ein gemeinsamer Rundgang von der Ehemaligen Synagoge bis zum Rathausplatz mit fahrenden Projektionen der Wiener Künstlerin starsky. Sie wird die Geschichten der jüdischen Kinder von Kriegshaber wieder dorthin bringen, wo sie sich einst abspielten: mitten in der Stadt. Jede*r ist eingeladen, bei dieser Kunstaktion im öffentlichen Raum mitzulaufen: »Gerne können Sie ein weißes Schild mitbringen, eine Botschaft einfangen und damit ein solidarisches Zeichen der Empathie in die Friedensstadt Augsburg tragen«, heißt es in der Einladung.

Die Ausstellung »Über die Grenzen. Kinder auf der Flucht 1939/2015« ist vom 12. Juli bis 31. Oktober in der Ehemaligen Synagoge Kriegshaber zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, 14 bis 18 Uhr und Sonntag, 13 bis 17 Uhr. Im Begleitprogramm spricht Prof. Dr. Birgit Erdle am 15. Juli, 18:30 Uhr, im Jüdischen Museum in der Halderstraße zum Thema: »Die Bodenlosigkeit des Abschieds. Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga Michie«.

www.jkmas.de

Foto: Jüdische Flüchtlingsmädchen, September 1939, Tynemouth, Großbritannien – 2. Reihe, ganz rechts: Anita Heufeld, geb. 1925 in Fischach © United States Holocaust Memorial Museum

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