Über die Notenzeilen hinaus

12.09.2018 - 09:38 | Renate Baumiller-Guggenberger

Carolin Nordmeyer stellt sich in den Herbstkonzerten als neue künstlerische Leiterin des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters vor.

Als ich die Anfrage bekam, gab es von meiner Seite nicht mal einen klitzekleinen Atemzug Bedenkzeit«. Auch mit dieser Bemerkung bestätigt Carolin Neumeyer die fraglos sehr gute Wahl des Bezirks Schwaben (Träger des SJSO), sie als ebenso erfahrene wie kompetente Nachfolgerin von Allan Bergius zur neuen künstlerischen Leiterin berufen zu haben. Das Schwäbische Jugendsinfonieorchester wuchs seit Gründung durch den Augsburger Richard Maier im Jahr 1959 zu einem herausragenden Jugend-Klangkörper heran. Wer dabei sein will, muss sich in einem Probespiel qualifizieren, profitiert dann aber von der intensiven musikalischen Qualität, kann in die berufliche Realität des Orchestermusiker-Daseins hineinschnuppern, erlebt aber auch die wertvolle Gemeinschaft unter Gleichgesinnten.

Vom 7. bis 16. September wird die erste Probenarbeitsphase unter dem Dirigat von Carolin Nordmeyer stattfinden, die das SJSO als »leistungsstarkes Ensemble mit enorm fitten jungen Musikerinnen und Musikern« bezeichnet und sich spürbar auf die neue Aufgabe freut. Das musikalische Resultat wird traditionell an drei Terminen im Herbstkonzert zu erleben sein. Für ihre SJSO-Premiere hat  Nordmeyer, die leidenschaftlich gern mit jungen Musikern zusammenarbeitet, bewusst ein faszinierendes und anspruchsvolles sinfonisches Programm gestaltet, das mit Hector Berlioz' »Sinfonie fantastique, op.14«, Schumanns poetisch um die Selbstsuche kreisender »Manfred Ouvertüre« und Ravels im Jahr 1919 uraufgeführtem Werk »Le Tombeau de Couperin« allemal ein Ausrufezeichen setzt – nicht allein, was spannungsreiche Tonsprache und voluminöse Besetzung betrifft. Mit den von ihr ausgewählten Werken will Carolin Nordmeyer neben der spieltechnischen Freude auch die Sensibilität für die darin verborgene  Programmatik, für die Aussagekraft der Musik wecken, die immer auch zwischen und über die Notenzeilen hinaus erlebbar ist. Die 1975 in Freiburg geborene, jetzt freiberuflich arbeitende Dirigentin lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Augsburg und ist hier längst keine Unbekannte. Von 2009 bis 2016 war sie als zweite Kapellmeisterin am Theater Augsburg engagiert, seit 2013 ist sie künstlerische Leiterin des Akademischen Sinfonieorchesters München und leitete bereits Arbeitsphasen und Aufführungen mit dem Landesjugendorchester Saar, mit der Jungen Orchesterakademie der Moselfestwochen, mit der Rheinischen Orchesterakademie Mainz und dem Märkischen Jugendsinfonieorchester.

Termine:
14. September, Schulaula Babenhausen
15. September, Kirche St. Georg Nördlingen
16. September, Kongress am Park Augsburg.
Beginn: jeweils 19 Uhr

www.sjso.de


Foto: Ute Laux (pro-podium.de)

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