Unrechtmäßig angeeignet?

08.04.2021 - 14:42 | a3redaktion

Anlässlich des Tags der Provenienzforschung am Mittwoch, 14. April, gibt das Stadtmuseum Kaufbeuren einen Einblick in das derzeit laufende Forschungsprojekt, das die Überprüfung der Sammlungserwerbungen zwischen 1932 und 1964 in den Blick nimmt.

Seit August 2019 ist Lisa Wagner damit befasst, die Herkunft der Sammlungsobjekte zu überprüfen. Ihre Aufgabe ist es, herauszufinden, ob unter den Ankäufen und Schenkungen Fälle sind, die aus jüdischem Besitz stammen und unrechtmäßig enteignet oder verfolgungsbedingt entzogen worden sind.

Derzeit befasst sich die Kulturwissenschaftlerin mit dem Ankauf einer Sammlung von Tabakspfeifen, die 1942 über die Vermittlung des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in den Bestand des damaligen Heimatmuseums gelangte. Gerade die Beteiligung der staatlichen Stelle macht den Ankauf für die Provenienzforscherin verdächtig. Das Landesamt war während des Nationalsozialismus daran beteiligt, den Ausbau der Sammlung voranzutreiben und die Ankäufe von Objekten über den Kunstmarkt zu koordinieren. Inwieweit hierbei auch enteignete Kunst- und Alltagsgegenstände vermittelt wurden, muss nun fallweise geklärt werden.  
In einem Textbeitrag, der zum 14. April auf der Homepage des Stadtmuseums www.stadtmuseum-kaufbeuren.de veröffentlicht wird, stellt Lisa Wagner die Hintergründe dieses Ankaufs von 1942 vor.

Das Forschungsprojekt des Stadtmuseums war ursprünglich bis Ende April angesetzt. Nun wurde das Förderprojekt, das zu großen Teilen vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg und der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern finanziert wird, nochmals um ein Jahr verlängert. Bis Ende April 2022 wird Lisa Wagner nun ihre Recherchen, in denen rund 350 Einzelobjekte aus dem Museumsbestand überprüft werden sollen, fortsetzen. Am Ende des Projekts steht eine Abschlussdokumentation, die voraussichtlich von einem Vortrag begleitet werden soll.

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