Verfall und Untergang

20.11.2020 - 10:13 | a3redaktion

Mit »Lot flieht aus Sodom«, einem Werk des Künstlers Johann Konrad Seekatz (1719–1768), bereichern die Freunde der Kunstsammlungen die Deutsche Barockgalerie im Schaezlerpalais.

Herbert Scheel überreichte als Vorsitzender im Namen der Freunde der Kunstsammlungen Augsburg das um 1761/62 entstandene Gemälde an Dr. Christof Trepesch. »Die äußerst delikate Feinmalerei der Figuren sowie das intensive Helldunkel, das ein dramatisches innerbildliches Leuchten erzeugt, machen das Werk so besonders«, erläutert der leitender Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg die Bedeutung der Dauerleihgabe. Es ist bereits die vierte Arbeit von Seekatz im Bestand. In dessen Werk sind – außer diesem – so gut wie keine Nachtstücke bekannt.

Dargestellt ist die alttestamentarische Szene (1. Mos 19,24-26), in der Lot von Gott gewarnt wird, die Stadt Sodom zu verlassen, da diese durch Feuer vernichtet werde. Das alttestamentarische Thema war im 18. Jahrhundert besonders wegen seines moralisierenden Inhalts, aber auch wegen des dramatischen Potenzials überaus beliebt. Die Figur des Lot, in einem leuchtend blauen Kleid gewandet, bildet das lokalkoloristische Zentrum der Komposition. Er wird von seinen beiden Töchtern begleitet, die eine im Mittelgrund, die andere unmittelbar neben ihm mit einem Korb auf dem Kopf. Neben dem exponierten Figurenpaar ist ein von Efeu überwucherter Säulenstumpf zu erkennen, der einerseits auf die Beständigkeit (constantia) verweist, andererseits aber auch auf den Verfall und den Untergang alles Irdischen. Im Hintergrund sieht man die im Dunkel brennende Stadt Sodom, die wie bei einem Vulkanausbruch glühenden Funken und Feuerbällen ausgesetzt ist, die aus einer glutroten Wolken herausbrechen.

Abbildung: Johann Konrad Seekatz (1719–1768), Lot flieht aus Sodom, um 1761/62; Öl auf Holz; 21,2 x 24,7 cm

 

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