Zwischenräume

17.08.2016 - 11:34 | Sarvara Urunova

In einer malerischen Landschaft inmitten von Seen und Gebirgen gelegen, erlangte die Stadt Füssen durch Lauten- und Geigenbau eine einzigartige Bedeutung in der Historie der europäischen Musik. Das Festival »vielsaitig« widmet sich diesem besonderen Erbe.

Dabei sorgt alljährlich ein knappes, prägnantes Motto für eine unverwechselbare Ausrichtung, die in diesem Jahr vom 24. August bis zum 3. September zeitliche, kulturelle und geographische »Zwischenräume« umfasst.

In diesen Zwischenräumen lösen Reize Reaktionen aus, entstehen magische Momente und innere Landschaften. So entführt am 24. August und am 30. August das Verdi Quartett – durch die Bratschistin Madeleine Przybyl und den Cellisten Alban Gerhardt zum Sextett erweitert – mit den Werken von Schubert, Beethoven und Schönberg in die Räume zwischen den Jahrhunderten, zwischen den Stilen, zwischen den Disziplinen.

Der zypriotische Wahl-Füssener Nikolas Kyriakou beschreibt im Zusammenspiel mit seinem japanischen Kollegen Takeo Sato die musikalischen Wandlungen, die man auf der Reise von Japan nach Zypern wahrnehmen kann. Das Gitarren-Duo am 26. August zu hören.

»Born to be mild« nennen Hille Perl und ihr Ensemble ihre spezielle Synthese aus Alter Musik und elektronischen Klängen. Ein Zwischenreich der Epochen, Stile und Nationen wird am 27. August aufgetan. Anschließend bewegen sich am 31. August zwei international renommierte Solisten zwischen den Zeiten: Der Cellist Alban Gerhardt und der Pianist Matthias Kirschnereit gestalten aus der Begegnung mit Claude Debussy, Alberto Ginastera, Max Reger, Leoš Janácek und Dmitrij Schostakowitsch ein schillerndes Kaleidoskop der Moderne.

Twana Rhodes & Band werden am 25. August die Berührungspunkte zwischen Jazz und Pop ausloten, während das Jourist Quartett (Foto) am 2. September russische und argentinische Tangos in einem Raum zusammenführt.

Mit der »Erklärung einiger Dinge« überwindet am 1. September Saad Thamir und sein Ensemble schließlich die scheinbar unüberwindbaren Gegensätze von Orient und Okzident. Der gebürtige Iraker hat Friedensgedichte bekannter Literaten in eine Musik gefasst, die Elemente der Klassik und des Jazz mit traditionellen Gesängen arabischer Frauen und den komplexen Maqamat des Nahen Ostens in einem faszinierenden Konzert verknüpft.

Führungen, Vorträge, Meisterklassen und der Treffpunkt Geigenbau runden das Festivalprogramm ab. So tun sich zwischen den Saiten viele Räume auf, um sich immer wieder mit neuen Inhalten zu füllen.

www.festival-vielsaitig.fuessen.de

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