Ästhetisches Vergnügen

20. August 2018 - 21:03 | Iacov Grinberg

Im Zeughaus ist noch bis zum 2. September die Ausstellung »Das Wunder der Natur um uns herum« zu sehen.

Es ist kein Geheimnis, dass auch bei renommierten Künstlern nicht alle Bilder, die in einer Ausstellung gezeigt werden, gleich gut sind, und dass man auf kleinen Ausstellungen nicht renommierter Künstler oder von Amateuren manchmal sehr gute Werke zu sehen bekommt. Ein Besuch von kleineren Präsentationen ist aus diesen Gründen empfehlenswert. Im Erdgeschoss des Zeughauses werden regelmäßig Ausstellungen abseits großer Namen gezeigt. Zurzeit ist dort Ruth Schindlers Schau »Das Wunder der Natur um uns herum« zu sehen.

Im Unterschied zu anderen früheren Ausstellungen im Zeughaus, ist bei dieser keine Vita der Künstlerin zu finden. Die Bilder haben keine Benennungen, Preisschilder oder Angaben, in welcher Technik sie geschaffen sind. Man sieht nur Bilder, die durch ihre bloße Existenz irgendwie berühren sollen. Diese Position ist aus meiner Sicht eine richtige: Ein wirkliches Kunstwerk soll keinesfalls noch eine Erklärung auf ein paar Seiten benötigen.

Eine Blume auf grünem Hintergrund, ein grüner Baum, ein Kätzchen, eine Wiese. Einige Tiere sind ganz einfach, sogar primitiv, wie aus einem Kinderbilderbuch. Aber gleichzeitig gibt es einige Bilder, in denen die Schnauzen einen wirklich persönlichen Ausdruck haben und Tiere nicht als Vertreter ihrer Art, sondern als Persönlichkeiten gezeigt werden. Zwischen den Blumenmotiven gibt es eine wunderbare Komposition mit einem alten hölzernen Kübel und zwischen einigen Landschaften ist eine Kirche im Schnee zu sehen. Auch die Zeichnungen von Landschaften, Häusern und Feldern sind offensichtlich gelungen.

Die Künstlerin schreibt über sich selbst, dass sie sich als Seniorin auf die zweite Hälfte ihres Lebens freue: »Eines Tages sah ich einen kleinen Zettel an der Wand ›Gebe Malstunden‹, das war der große Moment. Ein paar Tage später saß ich bei dem Künstler Martin Wagner im Kurs und hatte eine neue Leidenschaft gefunden. Die Malerei gibt mir viel Freude und stellt immer neue Herausforderungen.« Für uns Zuschauer bereitet mindestens ein Teil ihrer Malerei ein ästhetisches Vergnügen. Überzeugen Sie selbst. Das ist noch bis zum 2. September möglich.

www.ruth-schindler.de

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