Auf der afa mit Kindern

27. Januar 2020 - 13:17 | Iacov Grinberg

Zu Besuch auf der Augsburger Frühjahrsausstellung (afa) mit meinem Bekannten und seinen Töchtern.

Die afa unterliegt dem allgemeinen Trend der Freizeitindustrie: der Wandel zu einer Industrie der Erlebnisse. Es war dementsprechend viel geboten für eine Dritt- und eine Sechstklässlerin.

Gleich am Eingang der Halle 1 war ein kompliziertes Gebilde aus Holzschienen aufgebaut, das Werk des Pressesprechers der Augsburger Berufsfeuerwehr Friedhelm Bechtel. Entlang dieser Schienen bewegten sich einige Kugeln von oben nach unten. Viele Kinder sammelten sich rundherum. Es war eine typische Rube-Goldberg-Maschine.

Die LEW präsentierte in dieser Halle gleich mehrere Anziehungspunkte: Eine große Platte, an welcher man mittels Neigung eines Tabletts einige Kugeln entlang eines kurvenreichen Weges bis ins Tor führen sollte, ein Tisch mit vier Tabletts und einem Spiel auf ihnen sowie eine hohe Konstruktion aus Röhren für Parkour. In die Höhe durften nur Sportler, aber auf den unteren Ebenen kletterten zahlreiche junge Besucher mit sichtbarem Vergnügen.

Ein Höhepunkt dieser Halle war der Stand der Bundeswehr. Ein Trainingsgerät mit VR-Brillen und sich bewegendem Fußboden vermittelte den Benutzern das Gefühl eines Gleitschirmflugs oder einer Achterbahnfahrt. Die Kinder waren begeistert.

In der Halle 2 hatte die Firma Heimatrausch aus Treuchtlingen eine große Zone für Aktivsport eingerichtet. Das Zentralstück bildete ein Becken, in dem man auf Brettern paddeln konnte. Zwei eingezäunte Flächen gaben die Möglichkeit, verschiedene Fahrräder und auch Laufräder auszuprobieren.

Der zweite Hingucker waren die Kletteranlagen des Alpenvereins. Eine Wand, eine rotierende Scheibe mit lenkbarer Neigung und drei übereinander hängende, lange Prismen. Einige Kinder wagten sich nicht nur auf diese wackelige Konstruktion, sie kamen zu unserer Verwunderung auch ganz nach oben!

Durch die Halle 3 „Bauen und Wohnen“ stolzierten unsere Damen vorbei – bis sie zur Gartengestaltung in Halle 4 kamen. Verschiedene Pflanzen hatten ihre Aufmerksamkeit angezogen, mit Verwunderung lernten sie, dass es auch hier, an Mooren, fleischfressende Pflanzen gibt. Und die Großmodelle verschiedener Pilze aus Königsbrunn waren für sie sehr faszinierend.

Die Halle 5 mit Kulinarik forderte wesentlichen Ausgaben, da unsere Kinder nach und nach etwas probieren wollten, bis wir schließlich in die Halle 6 „Mein Kinderland“ kamen. Hier ist das Königreich der Firma „Erdwind“, deren Inhaber Klaus Pöhlmann ständig neue Spielgeräte und Spiele erfindet. Dabei benutzt er meist Ringe oder Quadrate aus Schaumgummi. Man kann sie auf Tischen schieben, mit ihnen in eine Art Billard spielen, in die Hände eines Spielkameraden werfen. Hier haben unsere Damen die letzten Kräfte verloren und kamen später fast erschöpft zu Hause an.

Im Vergleich zu den vorigen Jahren war das Programm für Kinder wesentlich größer und vielfältiger. In diesem Jahr waren die Organisatoren gezwungen, die afa nur mit einem Wochenende zu machen, nächstes Jahr soll sie wie üblich von Freitag bis nächsten Sonntag dauern. Das Erlebnisprogramm für Kinder soll dann noch umfangreicher sein.

www.meine-afa.de

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